Archiv für den Monat Oktober 2013

Nachrichtenfasten

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Vor kurzem las ich in einem Blog etwas darüber Nachrichten weitgehend zu ignorieren. Es geht darum, denn Blick vom Allgemeinen weg auf das Spezielle zur richten, also nicht sich über die weite Welt Gedanken zu machen, sondern über das unmittelbare Umfeld, nicht sich über die Handlungen anderer den Kopf zu zerbrechen, sondern lieber über die eigenen.

Und ich muss sagen, dieser Gedanke spricht mich an. Ich habe zwar in letzter Zeit sehr viel in Onlineauftritten großer Zeitungen gelesen, es hat schon fast ein bisschen Suchtcharakter angenommen, aber so wirklich erfüllend ist das nicht.

Oft sind Artikel zu Themen die mich wirklich interessieren dann doch bloß oberflächlich und gehen nicht an den Kern der Sache. Ein Beispiel: Laut FAZ haben Wissenschaftler angeblich bewiesen, dass vor Urzeiten ein Komet, auf der Erde aufgeschlagen ist. Jetzt schoß mir als erste Frage durch den Kopf, wie sie dass denn gemacht haben. Aber weder im Artikel, es war eigentlich gar keiner, sondern nur eine Bildunterschrift, noch im dazugehörigen Video wurde irgendetwas darüber erwähnt, sondern nur betont, dass das was ganz Besonderes sei. So, jetzt habe ich also die Wahl das ganz wieder völlig zu vergessen oder ich muss anfangen zu recherchieren, wie der Nachweis gelungen ist. Ersteres ist unbefriedigend, zu zweiterem hab ich keine Zeit.

Andererseits betreffen viele Nachrichten Dinge, die ich beim besten Willen nicht beeinflussen kann: Das Desaster in Fukushima, das Flüchtlingsdrama in Lampedusa, der Skandal um den Limburger Bischofssitz. Weder kann ich das Kernkraftwerk in Ordnung bringen, noch einen Flüchtling wieder lebendig machen und das Geld in Limburg steckt so oder so nun in den Gebäuden und den Bischof zur Rechenschaft ziehen ist auch nicht mein Job. Also was soll ich mit Infos darüber?

Ich denke ich werde mich künftig viel weniger mit der großen weiten Welt beschäftigen, sondern meiner Tochter helfen ihr Temperament zu zügeln, meinen Unterricht optimieren, mich besser ernähren und viele andere Dinge überdenken und tun, die ich unmittelbar überdenken und tun kann.

 

Zwei Seiten der Medaille

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Der Trotz auf der einen ist der Ehrgeiz auf der anderen Seite. Zu dieser, zugegeben nicht neuen, Erkenntnis verhalf mir in den letzten Wochen meine mittlere Tochter.

Fast täglich komme ich an einen Punkt wo sie etwas möchte, was ich nicht gewähren kann oder will oder sie verweigert sich umgekehrt Dingen die ich verlange. Es bleibt leider nicht bei einfachen Unmutsäußerungen, sondern in der Regel geht es sehr lautstark und auch handgreiflich ab. Ich versuchen diesem Verhalten mit viel Geduld zu begegnen und warte in der Regel einfach ab, bis sich ihr Ausbruch legt oder sie gezielt nach mir verlangt. Aber es ist trotzdem unglaublich anstrengend.

So haben ich auch gelernt, dass es durchaus sinnvoller sein kann dem Willen eines Kindes nachzugeben auch wenn ich mir etwas ganz anders vorstelle (z.B. den langen Weg nach Hause zu gehen statt den kurzen). Viel schlechte Stimmung lässt sich dadurch vermeiden ohne dass weiterer Schaden entsteht. Aber selbstverständlich gibt es auch Punkte da kann und darf ich als Mutter nicht nachgeben.

Das Kind kann noch so sehr nicht in die Schule oder den Hort wollen, es muss einfach, weil Schulpflicht besteht und weil es keine andere Betreuungsmöglichkeit gibt wenn wir Eltern arbeiten. Ihre eigene Ohnmacht drückt unsere Midi dabei dann aber stets (mir/uns gegenüber) lautstark aus.

Ein klassisches Beispiel war das Schwimmenlernen. Für uns stand fest, sie muss es lernen und zwar bald, damit sie sobald sie in der Schule Schwimmen bekommt fit ist. Dieser Tatsache stimmte Midi auch einsichtig zu. Eigentlich wollten wir sie in einen Kurs geben, aber Midi weigerte sich lautstark sich auch nur anmelden zu lassen. Sie hatte Angst vor den fremden Kindern und den Lehrern.

Die Alternative war nun, dass ich – eine passionierte Schwimmerin – es ihr beibringen sollte. Doch schon als ich die Schwimmflügel durch einen Bauchgurt ersetzen wollte gab es den ersten Temperamentsausbruch.

Anders als sonst hielt der aber nicht lange an. Und obwohl ich manch strafenden Blick einer anderen Mutter ertragen musste und mehrmals von den Bademeisterinnen angesprochen wurde ob des weinenden und schreienden Kindes bei jedem neuen Schritt den ich ihr zumutete, hielt ich durch und Midi ünerwandt sich jedes Mal (oft wenn ich absichtlich wegguckte). War am Beginn des vierten Nachmittags ein Sprung ins Wasser noch undenkbar, so machte sie doch noch am gleichen Tag ihr Seepferdchen. Sie wollte es einfach und schaffte es ihr Temperament immer wieder zu zügeln.

Als Mutter, die die Zukunft ihres Kindes im Blick hat, war diese Erfahrung wunderbar. Wenn das Kind etwas will, dann tut es auch was dafür, gegen Ängste und Wiederstände. Ich denke, ich werde noch viele sehr anstrengende Augenblicke mit Midi haben, aber letztlich wird sie ihr Leben gut in die Hand nehmen. Davon hat sie mich überzeugt.

 

Geschenkverpackungen

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Gerade haben wir wieder einen Kindergeburtstag hinter uns.

Auch wenn es aus meiner Sicht gar nicht nötig wäre, dass die Gäste Geschenke mitbringen, denn die Kinderzimmer sind mit Spielzeug und Büchern randvoll, so hebt der Geschenkesegen doch die Besonderheit des Tages hervor. Fast mehr als das eigentliche Geschenk macht am Tag der Feier das Auspacken der oft erst kurz zuvor eingewickelten Geschenke Spass.

Und hinterher quillt dann der Papierkorb über.

Ich bin nicht der Typ, der anderen Leuten erzählt wie sie sich nachhaltiger verhalten können. Aber seit einigen Jahren habe ich es mir zum Ziel gemacht eine ganz simple Idee zur Vermeidung des Mülls zu verbreiten. Das tue ich letztlich ganz ohne Worte, indem ich Geschenke entweder in wiederverwendbare Geschenktüten packe oder – um den Auswickelspaß zu erhalten – in Geschirrtücher! Die Tücher lassen sich dann entweder für den gleichen Zwecke wieder verwenden oder finden in der Küche ihren Platz.

Und für die nicht vermeidbare weihnachtliche Geschenkeflut habe ich farblich besonders ansprechende Tücher zu Säckchen genäht, die jedes Jahr und auch an Geburtstagen für Geschenke innerhalb der Familie verwendet werden. Mit einer Goldkordel kann man sich meines Erachtens nicht über die Optik beschweren.