Archiv für den Monat Januar 2014

Gut geplant ist halb gegessen!

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Irgendwie scheint so ein Tag immer einige Stunden zu wenig zu haben. Kinder, Haushalt, Arbeit – schnell kann einem das mal zu viel werden. Ich versteh deshalb gut, dass man da von Fastfood verführt wird. Die Fertigpizza ist nur ein Beispiel, wie man in kurzer Zeit etwas auf den Teller bekommt, das alle essen und quasi kein schmutziges Geschirr verursacht. Leider ist der Kaloriengehalt hoch, der Nährwert gering. Auf Dauer ist es weder den Kindern noch sich selbst zumutbar die Ernährung durch Fertiggerichte zu bestreiten. Von den ganzen Zusatzstoffen fange ich hier gar nicht an.

Nun eine einfache Möglichkeit das Fastfood zumindest aufzuwerten, besteht darin frische Rohkost (Karotten, Gurke, Paprika, Kohlrabi, Mairübchen, Tomaten…) als Vorspeise zu kombinieren. Den Fertigfraß zu vermeiden ist natürlich noch weit sinnvoller.

Zwei Strategien haben sich bei mir bewährt: Der Wochenplan und das Vorkochen/Vorbereiten.

Mit ersterem stelle ich sicher, dass wir über die Woche Abwechslung auf den Teller bekommen und dass alle Zutaten vorhanden sind. Der Plan wird parallel zum Einkaufszettel erstellt. Wünsche können vorab berücksichtigt werden. An den stressigeren Tagen gibt es Gerichte die weniger aufwändig sind, wobei ich zugeben muss, dass eine komplizierte Kocherei ohnehin vermeide.

Um Gemotze und Gemeckere zu vermeiden greife ich in der Regel trotz allem auf Klassiker zurück:

  • (Vollkorn-)Pfannkuchen werden quasi ohne Fett auf einem Crêpes-Maker gebacken werden. Eingebackene Pilze, Zwiebeln, Spinat, Äpfel, Bananen, Beeren oder auch ein Salat vorher passen hervorragend dazu.
  • Pommes machen wir frisch aus Kartoffeln wie Wedges auf dem Backblech, Gemüse (Rosenkohl, Blumenkohl, Broccoli, Romanesco) dazu ist selbstverständlich.
  • Diverse Gemüsesuppen werten jede Brotzeit auf. Eine Zeit lang habe ich das Brot aus eigenem Sauerteig selbst gebacken und fange das gerade wieder an.
  • Vollkornhefeteig mit viel Gemüse und wenig Käse gibt eine leckere frische Pizza.

Diese Gerichte gibt es bei uns also fast jede Woche einmal.

Das Vorkochen klappt bei den Suppen natürlich hervorragend. Und der Pizzateig wird in der doppelten Menge hergestellt und für die nächste Woche im Kühlschrank (0°- Fach) deponiert. Käsespätzle (mit Vollkornanteil) lassen sich in aller Ruhe am Vorabend herstellen und eine große Portion Ratatouille für meinen Heißhunger nach der Arbeit reicht meist eine Woche (wenn Mann und Kinder mittags außerhalb essen).

Im Grund meines Herzens bin ich stinkfaul und deshalb komme ich an Fischstäbchen und fertigem Backcamembert irgendwie auch nicht immer vorbei und statt dem Ratatouille ist es schon mal ein Tiefkühlpfanngemüse – aber auf die Idee Pizzateig zu kaufen komme ich kaum. Pfannkuchen, Milchreis, Griesbrei, Kartoffelbrei aus Flasche oder Tüte dagegen finden keinen Weg in meinen Einkaufswagen. Da ein Familienmitglied Vegetarier ist stehen Fleisch und Wurst nie im Zentrum der Essenplanung, sind aber hie und da Ergänzung.

Alles in allem habe ich das Gefühl, dass wir so einen guten Kompromiss aus schnell und bequem und gesund leben.

 

Vom Klang der Dinge

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Neulich war ich wegen eines Reifenwechsel in der Autowerkstätte. Ich hatte mir ein paar Tests zur Korrektur mitgenommen um nicht unnötig Zeit tot schlagen zu müssen. Obwohl ich richtig in die Arbeit vertieft war, wusste ich auf einmal, dass ich jetzt zusammenpacken konnte, begann damit, und wurde auch schon an die Kasse gerufen.

Woher kam diese Eingebung? Ganz einfach ich hatte gehört, wie mein Schlüsselbund auf den Tresen gelegt worden war. Ich hatte ihn eindeutig am Klang erkannt!

Nun, alle Eltern kennen das. Man ist irgendwo unterwegs unterhält sich mit anderen Eltern und plötzlich schreit ein Kind. Man hält kurz inne, hört hin, und dann entspannen sich alle oder einer flitzt los – „Das ist meins!“ Das Kind wurde eindeutig am Schreien erkannt.

Die menschliche Stimme ist individuell. So individuell, dass sie mittels Frequenzanalyse eindeutig identifiziert werden kann. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass man prinzipiell das eigene Kind heraushören kann. In der Realität ist es doch eine wirklich erstaunliche Leistung unsere Gehörs und Gehirns. Es speichert offensichtlich die Frequenzen ab, so dass sie wiedererkannt werden. Und das ist eben nicht nur bei Stimmen, sondern auch mit alltäglichen Geräuschen der Fall.

Dass wir keine Maschinen sind und uns durchaus z.B. von Stimmenimmitatoren täuschen lasen und manchmal auf vermeintlich vertraute Geräusche hereinfallen, ändert nichts an der Tatsache, dass wir Klängen eine persönliche Bedeutung beimessen, die oftmals eine emotionale Komponente hat. Vieles davon spielt sich unbewusst ab. Aber ich finde es lohnt sich sehr von Zeit zu Zeit mal richtig hin zu hören.

Warum mag ich eigentlich unser Stehpult so? Nun es wirkt obwohl es in schlichtem modernen Design ist irgendwie antiquiert. Das gefällt mir. Komplettiert wird wird diese Wirkung aber durch ein Geräusch. Der Deckel quietscht, uns zwar sehr leise, also unaufdringlich.

Unsere Küchenzeile mag ich andererseits nicht besonders. Sie ist in meinen Augen hässlich. Und die Schubladen krachen beim Schließen erbärmlich, ein irgendwie brutales Geräusch.

Ja, und so ist es bei vielen Dingen mehr!

Ich habe jedenfalls beschlossen zwischendurch immer mal genau hinzuhören und den Klang der Dinge vom Unbewussten ins Bewusste zu befördern. Ich denke, es lohnt sich!

 

Momentaufnahmen

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Heute hat mir mein Mann einen Link zu einem Video geschickt, in dem ein Mann täglich gefilmt hat und von jedem Tag genau eine Sekunde Material verwendet hat. Diese Augenblicke wurden dann chronologisch richtig zusammengeschnitten. Man erlebt also gewissermaßen das ganze Jahr dieses Mannes in gut 6 Minuten mit.

Wir haben für die beiden Omas und den Opa unserer Kinder vor Kurzem etwas ähnliches gemacht. Sie bekamen einen Adventskalender in Form eines Fotostreams. Jeden Tag stellten wir ihnen einen neues Foto hoch. Und weil sich die Großeltern so sehr darüber gefreut haben, schenkten wir ihnen zu Weihnachten gleich die Fortsetzung für das Jahr bis zum nächsten Advent. Da ich nun Dank meines Mannes seit einigen Tagen Besitzerin eines IPhones bin, ist das Schießen von Fotos und das anschließende Versenden ja ein Kinderspiel, der Aufwand also absolut vertretbar.

Beim Sehen des oben erwähnten Videos gewann ich den Eindruck, dass dieser Mann ein abwechslungsreiches Leben führt, das er sich mit einer guten Portion Humor leichter macht (worauf die eingebauten Gags hinwiesen). Er liebt die Natur und genießt sie, geht mit offenen Augen durch die Welt. Natürlich kann dieser Eindruck auch täuschen, denn es handelt sich ja um Momentaufnahmen. Allerdings ist doch davon auszugehen, dass der Regisseur in der Mehrzahl wirklich repräsentative Bilder gewählt hat.

Anschließend nahm ich mir den Fotostream meiner Kinder vor und betrachtete ihn mal aus einer gewissen inneren Distanz. Wir versuchen, um den Großeltern einen echten Einblick in das Leben ihrer Enkel zu gewähren möglichst alltägliche Bilder festzuhalten. Und was soll ich sagen? Man kann erkennen, dass es den dreien gut geht! Es sind glückliche Kinder. Bei allen Zweifeln, die man als Mutter so oft hat, ob man alles richtig macht, genug für die Kinder da ist, ob man sie ausreichend fordert und fördert da tut so eine Erkenntnis wirklich gut. Und ich bin schwer motiviert, meinen Kids noch zu ganz viele weiteren glücklichen Momenten zu verhelfen!

 

Tabula rasa

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Ich frage mich eigentlich zu Beginn jeder Ferien, wie es sein kann, dass mein Schreibtisch ein einziges Tohuwabohu geworden ist. Es türmen sich Unterrichtmaterialen, Rechnungen, Bedienungsanleitungen und alles mögliche mehr.

Dabei wäre es doch so einfach, Rechnungen und Briefe einfach sofort nach Erhalt abzuheften und Bücher nach Gebrauch in den Schrank zurück zu stellen. Aber irgendwie ist es dann doch nicht so einfach.

Wir Lehrer werden von anderen Arbeitnehmern ja immer um unsere Ferien beneidet. Bis zu 14 Wochen haben wir aus deren Sicht Urlaub.

Tatsächlich ist es jedoch so, dass sich zu Schulzeiten furchtbar viel drängt auf der einen Seite und vieles aufläuft an der anderen. Vorbereitung, Korrekturen, Arrangements, Konzerte sind neben der eigentlichen Unterrichtstätigkeit zu absolvieren. Hinzu kommen auch sämtliche Termine die Kinder betreffend wie Elternabende, Musikschule, Sportvereine ganz abgesehen von den Hausaufgaben und dem Üben. Will man dass die Kinder täglich mindestens eine ordentliche Mahlzeit im Kreis der Familie einnehmen und dann auch noch einmal pro Woche eine Aktivität wie Schwimmen gehen auf dem Plan steht, dann bleibt schon gerade noch Zeit für die allernotwendigste Korrespondenz, das Wäsche waschen und die nötigsten Säuberungsaktionen. Alles andere bleibt aber einfach aus Mangel an Zeit und Kraft liegen. Mit Freunden treffen wir uns fast nur in den Ferien, richtiger Hausputz geht auch nur dann und wenn man sich noch Korrekturen in die Ferien – genau genommen die unterrichtsfreie Zeit – mitgenommen hat, dann sind die schneller um als man schauen kann.

Was man auch nicht vergessen darf: Auch die Kinder sind zuhause und beschäftigen sich beileibe nicht den ganzen Tag sinnvoll alleine.

Die Weihnachtsferien sind mit den Feiertagen und den obligatorischen Verwandtenbesuchen ohnehin ordentlich vollgestopft.

Am liebsten hätte ich heute den ganzen Tag einfach nur auf dem Sofa verbracht. Ein bisschen gezockt, gesurft oder einfach nur Löcher in die Luft gestarrt, also mal richtig Urlaub gemacht. Aber nachdem ich nach dem gemeinsamen Frühstück mit der Familie einige Runden an einer Socke gestrickt hatte, raffte ich mich heute doch auf und widmete mich dem Chaos meines Schreibtischs.

Ich fing an die Berge von oben abzuarbeiten. Jedoch frustrierte mich das von Minute zu Minute mehr. Man sah ja gar nichts. Das Chaos war immer noch da. Da besann ich mich auf den Simplify-Tip „Leere Flächen“. Kurzer Hand packte ich den ganzen Kram und stapelte ihn in auf dem Boden. Im Nu sah der Schreibtisch aufgeräumt aus, was mir eindeutig ein gutes Gefühl gab. Und dann ging es auch gleich viel leichter den Papierwust zu sortieren. Es ließen sich auf der freien Fläche sinnvolle Stapel bilden, die dann ebenso sinnvoll abzuheften waren. Natürlich nahm es viel Zeit in Anspruch alles wegzuarbeiten, aber ich war so vertieft, dass ich sogar meinen Nachmittagskaffee vergaß.

Und als die Stapel alle verschwunden waren fiel mir noch eine Kiste ins Auge. „Altlasten“ prangte in schwarzen Lettern darauf. Im Sommer 2012 hatte ich nach dem Umzug alles was meine alte Arbeitsstelle betraf einfach darin entsorgt. Ich wusste da waren noch Papiere dabei, die ich wieder benötigen würde, aber ich wollte mich einfach damals nicht damit befassen. In der Kiste waren sie wenigstens nicht ständig im Weg. Allerdings war sie immer in Sichtweite und mahnte mich regelmäßig, dass da noch etwas abzuarbeiten sei. Ja und obwohl mich das Sofa rief überwand ich meinen Schweinehund noch einmal und nun ist auch diese Kiste leer.

Es fühlt sich richtig komisch an. Eine Last die ich irgendwie doch ständig mit mir rumgetragen habe, ist abgefallen. Der Schreibtisch ist blank, die Kiste leer. Gut so!

Ich hab es ja nicht so mit den guten Vorsätzen zu Neujahr. Aber nachdem mir heute wieder klar geworden ist, dass man sich „Freiräume“ schaffen muss, möchte ich viel öfter irgendeine Schublade, ein Regalbrett oder einen ähnlichen Ort in Haus und Garten bearbeiten und dabei nach dem Simplify-Schema vorgehen, erst alles komplett zu leeren und dann dann nur das wieder zurück zu stellen, was wirklich dort seinen Platz haben soll. Es muss ja nicht immer gleich der ganze Schreibtisch sein 😉