Vom Klang der Dinge

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Neulich war ich wegen eines Reifenwechsel in der Autowerkstätte. Ich hatte mir ein paar Tests zur Korrektur mitgenommen um nicht unnötig Zeit tot schlagen zu müssen. Obwohl ich richtig in die Arbeit vertieft war, wusste ich auf einmal, dass ich jetzt zusammenpacken konnte, begann damit, und wurde auch schon an die Kasse gerufen.

Woher kam diese Eingebung? Ganz einfach ich hatte gehört, wie mein Schlüsselbund auf den Tresen gelegt worden war. Ich hatte ihn eindeutig am Klang erkannt!

Nun, alle Eltern kennen das. Man ist irgendwo unterwegs unterhält sich mit anderen Eltern und plötzlich schreit ein Kind. Man hält kurz inne, hört hin, und dann entspannen sich alle oder einer flitzt los – „Das ist meins!“ Das Kind wurde eindeutig am Schreien erkannt.

Die menschliche Stimme ist individuell. So individuell, dass sie mittels Frequenzanalyse eindeutig identifiziert werden kann. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass man prinzipiell das eigene Kind heraushören kann. In der Realität ist es doch eine wirklich erstaunliche Leistung unsere Gehörs und Gehirns. Es speichert offensichtlich die Frequenzen ab, so dass sie wiedererkannt werden. Und das ist eben nicht nur bei Stimmen, sondern auch mit alltäglichen Geräuschen der Fall.

Dass wir keine Maschinen sind und uns durchaus z.B. von Stimmenimmitatoren täuschen lasen und manchmal auf vermeintlich vertraute Geräusche hereinfallen, ändert nichts an der Tatsache, dass wir Klängen eine persönliche Bedeutung beimessen, die oftmals eine emotionale Komponente hat. Vieles davon spielt sich unbewusst ab. Aber ich finde es lohnt sich sehr von Zeit zu Zeit mal richtig hin zu hören.

Warum mag ich eigentlich unser Stehpult so? Nun es wirkt obwohl es in schlichtem modernen Design ist irgendwie antiquiert. Das gefällt mir. Komplettiert wird wird diese Wirkung aber durch ein Geräusch. Der Deckel quietscht, uns zwar sehr leise, also unaufdringlich.

Unsere Küchenzeile mag ich andererseits nicht besonders. Sie ist in meinen Augen hässlich. Und die Schubladen krachen beim Schließen erbärmlich, ein irgendwie brutales Geräusch.

Ja, und so ist es bei vielen Dingen mehr!

Ich habe jedenfalls beschlossen zwischendurch immer mal genau hinzuhören und den Klang der Dinge vom Unbewussten ins Bewusste zu befördern. Ich denke, es lohnt sich!

 

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