Schul-Schwimmen

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Heute hatte ich das Vergnügen neben zwei Schulklassen zu schwimmen. Wie ich es hasse, wenn die Kids neben mir ins Wasser plumpsen während ich Luft hole. Aber ich versuche immer optimistisch zu bleiben: so habe ich meine zwei Kilometer ganz ohne Durstgefühle hinter mich bringen können. Warum die Mädels die öffentlich Dusche und nicht die für Schulen und Vereine (gibt es extra) benutzen mussten, muss ich einfach nicht verstehen. Naja, mein Shampoo hatte ich heute eh vergessen, also war ich schnell fertig und konnte das Geschnatter hinter mir lassen.

Trotz der kleinen Unannehmlichkeiten war ich froh, meinen Ausgleichssport machen zu können, da ich anschließend mit dem Sportlehrer meines Sohnes ein ernsteres Wort reden musste. Das Kind war mit tiefen Schrammen im Gesicht aus dem Schwimmunterricht zurück gekommen. Mein Sohn ist alles in allem eher zurückhaltend und geht körperlichen Auseinandersetzungen lieber aus dem Weg. Deshalb musste ich einfach mal nachhaken, obwohl ich mir dabei wie eine Helikoptermutter vor kam. Der Sportlehrer hatte den Beginn des Streits leider nicht mitbekommen, sondern die Jungs erst getrennt, als die Verletzung schon passiert war. Ich verstehe durchaus, dass man nicht an beiden Enden eines Beckens gleichzeitig sein kann. Immerhin hat er sich den Vorfall anschließend von allen Beteiligten schriftlich schildern lassen. Ich hoffe, trotzdem dass so etwas nicht wieder passiert, denn mein Kind soll halbwegs gerne in den Sportunterricht gehen und nicht Angst haben, dass es dabei zu Schaden kommt.

Ich denke nämlich, dass Schulsport nicht unterschätzt werden darf. Zwar habe ich früher so gut wie kein Talent mit diversen Bällen oder Kugeln gezeigt, aber es gab ja auch Gymnastik, Turnen, Laufen und Schwimmen. Man konnte viel ausprobieren (ich erinnere mich da an Speerwerfen, Hockey, Staffellauf) und im Falle des Schwimmens habe ich tatsächlich was gelernt, von dem ich heute noch profitiere. Ich kraule wirklich ganz ordentlich mit ziemlich wenig Gespritze. Ehrlich gesagt fände ich es gut, wenn es Zensuren im Sport nur gäbe, wenn man das möchte. Die Kids sollten einfach viele, viele Möglichkeiten gezeigt bekommen, wie man sich fit hält. Jedes Kind sollte die Chance bekommen zumindest eine geeignete Sportart für sich zu entdecken auch wenn das Elternhaus vielleicht kein sonderlich gutes Vorbild in dieser Hinsicht ist.

Und wenn ich mich immer wieder über Schulklassen beim Schwimmen ärgere, so schlucke ich den Ärger lieber mit dem Wasser, dass mir beim Luftholen in den Mund schwappt, runter. Schulschwimmen muss sein. Punkt.

2015: 52 Läufe, 512,4 km, 31 km geschwommen

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