Archiv für den Monat Juni 2015

Schon wieder Fenchel,…

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…weil der meinem Bäuchlein gut tut. Man könnte auch Plautze sagen, – nein, immer noch keine echte Bikinifigur – aber wir wollen ja mal nicht so uncharmant zum eigenen Körper sein.

In Olivenöl mit Zucchini, Zwiebel, Karotte, Paprika gebraten. Dazu Salz, Pfeffer, Couscous, etwas Salzgemüse, Grillkäse. Schon wieder so ein schnelles Pfannengericht. 😉

Radio Julia – Jenny Wren

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Eine neue Kategorie: Unter „Radio Julia“ stelle ich künftig Songs vor, die zu meinen absoluten Lieblingsstücken der populären Musik zählen.

Ich muss zugeben, dass mich vor allem Klangfarben, Melodien, Rhythmen und Zusammenklänge ansprechen. Es kann schon mal passieren, dass ich erst nach Jahren merke, worum es im Text eines Songs eigentlich genau geht. Dem liegt absolut keine Geringschätzung für Lyrik zugrunde. Es ist viel mehr so, dass ich es selten schaffe, mich darauf zu konzentrieren, weil ich einfach mit der Musik beschäftigt bin. Und so werde ich auch eher auf die musikalischen Aspekte eingehen.

Heute macht ein Song von Paul McCartney den Anfang. „Jenny Wren“ stammt aus dem Album „Chaos an Creation in the Backyard“ von 2005. Das Lied war die zweite Singleauskopplung.

McCartney verleiht dem Song einen ganz besonderen Sound, indem er zum einen seine Gitarre einen Ganzton tiefer stimmt, zum anderen setzt er ein besonderes Soloinstrument ein: Eine armenische Duduk. Es handelt sich um ein Holzblasinstrument. Es ist etwa so groß wie eine Flöte, besitzt jedoch ein sehr großes Doppelrohrblatt. Es erinnert im Klang eher an das tiefe Register einer Klarinette als an eine Oboe. Klanglich reizvoll finde ich auch, dass er den Gesangspart in den Strophen mit der Gitarre verdoppelt.

Ich kann nicht verhehlen, dass mich der Klang akustischer Instrumente in populärer Musik besonders anspricht, weil ich absolut klassisch geprägt bin und mit dem guten Reinhard Mey überstimme, wenn der singt:

Da lob‘ ich mir ein Stück Musik von Hand gemacht

Noch von einem richt‘gen Menschen mit dem Kopf erdacht,

‘ne Gitarre, die nur so wie ‘ne Gitarre klingt,

Und ‘ne Stimme, die sich anhört, als ob da jemand singt.

Halt ein Stück Musik aus Fleisch und Blut,

Meinetwegen auch mal mit ‘nem kleinen Fehler, das tut gut,

Das geht los und funktioniert immer und überall,

Auch am Ende der Welt, bei Nacht und Stromausfall!

„Like so many girls, Jenny Wren could sing – But a broken heart took her song away“ lauten die ersten Zeilen bei McCartney. Mir gefällt an der harmonischen Umsetzung, dass McCartney innerhalb dieser kurzen Strecke mehrfach mit den Tongeschlechtern spielt. So bekommt neben der Grundtonart B-Dur, der parallele Mollakkord g-Moll besonderes Gewicht und die Phrase endet statt auf B-Dur, auf b-Moll. Das kurze Zwischenspiel bis zur nächsten Textzeile bleibt noch auf b-Moll. Doch die neue Phrase startet wieder mit B-Dur. Dieses unmittelbare Nebeneinanderstellen von gleichnamigem Dur und Moll ist für einen Popsong schon ziemlich ungewöhnlich und raffiniert.

Die Melodie ist dabei völlig unspektakulär: Eine Abwärtsbewegung beginnend auf der Terz von B-Dur im Umfang einer Quinte in Sekundschritten gefolgt von einer Aufwärtsbewegung, die auf der Moll-Terz endet. Diese Einfachheit lässt aber eben gerade den Raum, dass Klangfarben und Harmonien wirken können.

Die Rhythmik ist ebenfalls nicht sehr komplex, die Synkopierungen unterstreichen jedoch den insgesamt eher exotischen Sound.

Ich belasse es mal bei diesen wenigen Bestrachtungen, denn ich habe nicht die Absicht, meine Lieblingsmusik in jegliche Details zu zerpflücken, sondern will mir nur durchs Schreiben selbst klar werden, warum ich den jeweiligen Song eigentlich so sehr mag.

Also wer Lust bekommen hat, den Song anhören und dann beim nächsten Mal wieder Lesen, wenn es heißt „Radio Julia“.

 

Schnelle Küche

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Ich versuche zwar auf meine Ernährung und die meiner Kinder zu achten, bin aber kein Fan von aufwändigem Kochen. Am liebsten sind mir Gerichte, die schnell fertig sind und die Küche nicht wie ein Schlachtfeld hinterlassen.

Leider mangelt es meinem Nachwuchs noch etwas an kulinarischer Neugier, so dass ich beim gemeinsamen (Abend-)Essen nicht viel experimentiere. Es frustriert mich einfach zu sehr, wenn die Kids einen Flunsch ziehen und nach zwei Bissen behaupten sie wären satt, um dann aber nach 10 Minuten dringend einen Nachtisch zu brauchen.

Ergibt es sich aber, dass ich zuhause arbeite und die Kinder im Hort essen, dann schmeiß ich öfter mal kreativ Zutaten zusammen und dabei meist in die Pfanne.

Heute war es nichts besonderes, aber lecker: Fenchel, Gemüsezwiebel und Karotten gebraten mit in Salzgemüsebrühe gekochter Hirse.

 

Schweinehund vs. ?

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Wer ist das, dieser Gegenspieler meines inneren Schweinehundes? Gibt es für den eigentlich auch so einen schönen Ausdruck? Denn dass da etwas sein muss ist klar!

Wie könnte sonst folgendes passiert sein:

Ich wache auf. Es ist 6.30 Uhr. Der Schweinehund grinst mich innerlich an und sagt mir, dass ich verschlafen habe und es für einen Morgenlauf zu spät ist. Er legt mir ausführlich dar, dass ich gestern einen ultraanstrengenden Tag hatte, beim abendlichen Konzert zu Höchstform aufgelaufen bin und deshalb einen Urlaubstag verdient habe. Nachdem die Kinder aus dem Haus wären, wäre ein Vormittag auf dem Sofa angebracht, falls ich mich nicht dazu entschließen sollte gleich noch einmal ins Bett zu gehen. Beim späteren Anziehen des jüngsten Kindes bringt mich der Schweinhund sogar dazu, erst noch einmal mit dem Kind unter dessen Bettdecke zu schlüpfen.

Und dann passiert das Merkwürdige. Ich stelle fest, mir scheint die Sonne auf den Rücken. Ok, das gute Wetter hat mich anscheinend von Sofa und Bett ferngehalten. Aber halt, was ist das? Ich stecke in Laufklamotten und befinde mich am Umkehrpunkt von Hausstrecke 1. Was ist nur mit dem armen Schweinehund passiert. Wer hat ihm da einen Streich gespielt? Gibt es da ein inneres fleißiges Bienchen, das ihn gestochen hat? Oder gibt es sowas wie einen Gesäßkran, der den Allerwertesten im seltsamsten Moment hochhievt und ihn außer Reichweite des Hündchens bringt?

Also ich bin für Auskünfte, wie dieses seltsame Wesen oder dieser merkwürdige Mechanismus heißt, sehr dankbar!

 

 

2015: 842,2 km gelaufen, 43 km geschwommen

 

Halbmarathon zu zweit

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Gleich vorweg: Es waren „nur“ 20,6 km. Also kein echter Halbmarathon. Aber sehr nahe dran.

Schon vor ein paar Tagen hatten mein Mann und ich verabredet, mal gemeinsam eine Strecke von etwa 20 km zu laufen. Heute war es dann soweit. Unser unschlagbar gemütliches Bett und der Nieselregen machten es uns nicht ganz leicht, die Schweinehunde dazu zu bringen endlich die Klappe zu halten, aber da wir momentan immer so viel Arbeit und sehr wenig Spaß und Zeit gemeinsam haben, ließen wir die Bestien im Schlafzimmer zurück. Die Kinder (Alter 5,7,9) verschmerzten unsere Abwesenheit augenblicklich, als wir ihnen erlaubten eine DVD zu kucken. So wurde den die Jüngste, die noch fast schlief, von den beiden anderen leicht drängelnd aus dem Bett ins Wohnzimmer beordert, damit das Heimkinovergnügen mit dem Laufstart der Eltern ohne Verzögerung beginnen konnte.

Schon auf dem ersten Kilometer hatten wir viel zu Lachen, denn wir erinnerten uns gegenseitig an allerhand sinnlose Angewohnheiten andere Läufer (vorher dehnen, an der Ampel auf der Stelle dribbeln). Bis km 7 bleib es trocken, dann nieselte es hin und wieder. Aber da wir beide schön durchgeschwitzt waren, war es uns ziemlich egal.

Ich habe in den letzten eineinhalb Jahren ja nun schon mehr als 200 Läufe absolviert und bin deshalb was Hunde anbelangt meist recht gelassen. Bis auf einen fiesen Kläffer sind mir keine wirklich unangenehmen (Herrchen mit) Vierbeiner begegnet. Aber meinem Mann – der, das muss man dazu sagen, auch schon von mindestens einem Köter fies attackiert worden ist – war sein Unbehagen sobald ein Hund in Sicht kam deutlich anzumerken. Er lief dann plötzlich hinter mir.

Ansonsten hängte er mich bergauf gnadenlos ab, reduzierte sein Tempo aber anschließend, bis ich zu ihm aufgeschlossen hatte. Ich schiebe das ja auf seine langen Beine – uns trennen 17 cm bei der Körpergröße – aber wenn man seine Trainingseinheiten beim Seilspringen zusammenzählt (hier tut er das selber), dann ist schnell klar, dass er einfach durchtrainierter ist. Noch kann ich meine höhere Lauferfahrung in den Ring schmeißen, aber ich weiß natürlich, dass er theoretisch viel, viel schneller Laufen kann als ich. Er behauptet zwar, dass ich ihn auf geraden Strecken oder bergab aktuell locker schlagen könnte, aber ich glaube, da flunkert er mir was vor, damit ich auch weiter mit ihm laufe.

Der Schnitt den wir am Ende hatten war nicht mal so übel: 5'37″ pro km. Dafür hatten wir dann beide dicke Hände und froren kurz nach der Heimkehr erbärmlich. Zum Glück haben wir eine Dusche und heißes Wasser.

Ich bin ja jahrelang nur alleine gelaufen, aber inspiriert durch Seppo, der auf seine unübertroffene Art einen Paarlauf schilderte (hier geht es zum Artikel) habe ich mich doch von meinem Mann überreden lassen ab sofort öfter mal zu zweit loszuziehen. Und es ist wirklich schön. Ganz anders als allein – das empfinde ich fast immer als meditativ – aber wiederholenswert. Beim nächsten Mal schaffen wir dann den Halbmarathon!

 

Endlich wieder Schwimmen

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In den letzten Wochen habe ich es einfach nicht geschafft meine üblichen Bahnen zu absolvieren. Das Laufen passte zwischen rein, aber da ich beim Schwimmengehen vorher immer ein bisschen denken muss (Anzug, Brille, Handtuch…), war die Hürde mich ins Nass zu stürzen einen Tick höher als einfach die Laufklamotten vom Haken zu nehmen. Da die Schwimmerei den Körper ganz anders beansprucht als die „Joggerei“ (habe mich von einem Schwaben belehren lassen, der drauf bestand, dass Laufen hier Spaziertempo bedeutet und nicht zweifelsfrei als sportliche Betätigung erkannt wird), finde ich sie für mich sehr nützlich und angenehm. Mir fehlte also durchaus was ohne den Wassersport.

Heute ging es also endlich wieder ohne Kinder ins Bad. Und dazu erstmals in dieser Stadt in Freibad. Ich genoss die 50m-Bahn! Kein Aquageschwader, keine Schulklasse. Nur vergaß ich den Sonnenschutz. Ich bin gespannt, wie mein Rücken heute abend aussieht. Urgs!

2015: 794 km gelaufen, 42 km geschwommen

Duftstrecke

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Um meinen Schweinehund zu ärgern, hab ich mir die Laufklamotten ins Auto geschmissen, als es zur Probenphase mit meinem Orchester ging. Und auch wenn die Nacht recht kurz war – diesmal waren nicht mal die Schüler schuld, die waren brav, sondern die wirklich nette Kollegenrunde lud zum längeren Verweilen im Aufenthaltsraum ein – strahlte mich ein herrlicher Morgen durchs Fenster an.

Also rein in die Klamotten und los. Ich war erst so deppert, dem ausgeschilderten Fußweg zu folgen, der leider von der weithin sichtbaren Burg, in der die Probenräume untergebracht sind, runter in Tal führte. Da wollte ich gar nicht hin, sondern die Hochebene erkunden. Also bog ich bei nächster Gelegenheit wieder nach oben ab (einfach umdrehen gilt nicht). Ich erwischt prompt eine Mountainbike-Strecke und ruinierte mir damit meinen Laufschnitt ein wenig, aber ich war ehrlich gesagt nur froh, dass alle Knochen heil geblieben sind, denn teilweise stolperte ich ganz schön durch Rinnsale, Matsch und Kies.

Wieder oben auf der Ebene, war es dann ein super entspannter Lauf. Besonders schön war dabei das geruchliche Empfinden, denn überall blühte Hollunder. Das ganze Jahr könnte ich das nicht ertragen, aber die paar wenigen Wochen im Jahr liebe ich diesen Geruch. Selbst wenn der Strauch noch nicht zu sehen war, weil er hinter der nächsten Kurve stand, kündigte er sich schon olfaktorisch an. Dazu optimale Temperaturen, Sonnenschein – was will man mehr?

 

2015: 794 km gelaufen, immernoch nur 40 km geschwommen (aber morgen stürze ich mich wieder in die Fluten!)