Halbmarathon zu zweit

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Gleich vorweg: Es waren „nur“ 20,6 km. Also kein echter Halbmarathon. Aber sehr nahe dran.

Schon vor ein paar Tagen hatten mein Mann und ich verabredet, mal gemeinsam eine Strecke von etwa 20 km zu laufen. Heute war es dann soweit. Unser unschlagbar gemütliches Bett und der Nieselregen machten es uns nicht ganz leicht, die Schweinehunde dazu zu bringen endlich die Klappe zu halten, aber da wir momentan immer so viel Arbeit und sehr wenig Spaß und Zeit gemeinsam haben, ließen wir die Bestien im Schlafzimmer zurück. Die Kinder (Alter 5,7,9) verschmerzten unsere Abwesenheit augenblicklich, als wir ihnen erlaubten eine DVD zu kucken. So wurde den die Jüngste, die noch fast schlief, von den beiden anderen leicht drängelnd aus dem Bett ins Wohnzimmer beordert, damit das Heimkinovergnügen mit dem Laufstart der Eltern ohne Verzögerung beginnen konnte.

Schon auf dem ersten Kilometer hatten wir viel zu Lachen, denn wir erinnerten uns gegenseitig an allerhand sinnlose Angewohnheiten andere Läufer (vorher dehnen, an der Ampel auf der Stelle dribbeln). Bis km 7 bleib es trocken, dann nieselte es hin und wieder. Aber da wir beide schön durchgeschwitzt waren, war es uns ziemlich egal.

Ich habe in den letzten eineinhalb Jahren ja nun schon mehr als 200 Läufe absolviert und bin deshalb was Hunde anbelangt meist recht gelassen. Bis auf einen fiesen Kläffer sind mir keine wirklich unangenehmen (Herrchen mit) Vierbeiner begegnet. Aber meinem Mann – der, das muss man dazu sagen, auch schon von mindestens einem Köter fies attackiert worden ist – war sein Unbehagen sobald ein Hund in Sicht kam deutlich anzumerken. Er lief dann plötzlich hinter mir.

Ansonsten hängte er mich bergauf gnadenlos ab, reduzierte sein Tempo aber anschließend, bis ich zu ihm aufgeschlossen hatte. Ich schiebe das ja auf seine langen Beine – uns trennen 17 cm bei der Körpergröße – aber wenn man seine Trainingseinheiten beim Seilspringen zusammenzählt (hier tut er das selber), dann ist schnell klar, dass er einfach durchtrainierter ist. Noch kann ich meine höhere Lauferfahrung in den Ring schmeißen, aber ich weiß natürlich, dass er theoretisch viel, viel schneller Laufen kann als ich. Er behauptet zwar, dass ich ihn auf geraden Strecken oder bergab aktuell locker schlagen könnte, aber ich glaube, da flunkert er mir was vor, damit ich auch weiter mit ihm laufe.

Der Schnitt den wir am Ende hatten war nicht mal so übel: 5'37″ pro km. Dafür hatten wir dann beide dicke Hände und froren kurz nach der Heimkehr erbärmlich. Zum Glück haben wir eine Dusche und heißes Wasser.

Ich bin ja jahrelang nur alleine gelaufen, aber inspiriert durch Seppo, der auf seine unübertroffene Art einen Paarlauf schilderte (hier geht es zum Artikel) habe ich mich doch von meinem Mann überreden lassen ab sofort öfter mal zu zweit loszuziehen. Und es ist wirklich schön. Ganz anders als allein – das empfinde ich fast immer als meditativ – aber wiederholenswert. Beim nächsten Mal schaffen wir dann den Halbmarathon!

 

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