Archiv für den Monat September 2015

Niedliche Gesellschaft

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Heute beim Laufen konnte ich eine Menge Eichhörnchen beobachten. Es war total putzig, wie sie beispielsweise in der alten Eiche hockten und miteinander quatschten.

Leider kam ich mit dem (mittlerweile tatsächlich schon alten) iPhone nicht nah genug für gute Fotos ran, aber für zwei schlechte reichte es.

2015: 1244 km gelaufen und 56 km geschwommen. Zum Schwimmen komme ich seit einiger Zeit leider nicht mehr recht, aber zusammengezählt können sich 1300 km Sport für eine „Hausfrau und Hobbylehrerin“ schon sehen lassen.

 

Wie sich der Geschmack ändert

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Gestern gab es eine Premiere. Ich habe für mich und meine Kinder ein Hähnchen gebraten!

Bisher habe ich das einfach nicht getan, weil es mir zu umständlich ist, an ein echtes Biohuhn zu kommen. Bei Hähnchen aus dem Supermarkt schwingt immer das schlechte Gewissen mit, weil die Tiere vermutlich kein so tolles Leben hatten und man weiß auch nicht, was alles an die Tiere verfüttert wurde. Ich erinnere mich auch nicht, dass meine Eltern früher je Geflügel im Supemarkt gekauft hätten. Es gab Enten von der Oma oder mal eine Gans von der Verwandschaft. Beides zählte nicht zu meinen geschmacklichen Favoriten, aber wenn es in seltenen Fällen mal ein Hähnchen gab, war ich nicht zu bremsen. Eine Zeit lang zog ich als Schülerin in meiner Mittagspause sogar mit einer Freundin los und wir vertilgten zusammen ein halbes „Geggal“.

Da unsere Kids nun groß genug sind auch angemessene Mengen Fleisch zu vertilgen, dass es sich lohnt ein Tier im ganzen zu Kaufen und zu Garen, packte ich es an. Geflügelteile sind mir immer suspekt, denn was passiert mit dem Rest des Tiers?

Nein, es wurde kein Biohuhn. Asche auf mein Haupt.

Aber die Zubereitung gelang problemlos. Geschmacklich war es wunderbar, also das heißt, es schmeckte genau so, wie ich ein gutes Hähnchen in Erinnerung hatte. Es ist ewig her, dass ich eines gegessen habe.

Ja und jetzt kommen wir zum entscheidenden Punkt. Es war lecker, aber ich mochte es trotzdem nicht wirklich! War ich früher so scharf darauf gewesen und waren die ersten Bissen gestern noch ganz toll, so schwand meine Begeisterung nach und nach. Ich ernähre mich viel vegetarisch, und bin Geschmack und Konsitenz von Geflügel und Fleisch wohl gar nicht mehr so gewöhnt, denn mit den Bratwürsten, die die Kinder immer mal bekommen, geht es mir auch so. Fleischliches wegzulassen, war früher für mich Verzicht und ist es nun offensichtlich nicht mehr. Das finde ich erstaunlich. Ob das wohl mit Zucker auch funktioniert?

Hähnchen gibt es erst wieder, wenn die Kinder es lautstark einfordern, denn nur weil ich es nicht mehr mag und mein Mann es ja sowieso nicht isst, will ich meinen Kindern es nicht grundsätzlich vorenthalten. Und dann gibt es auch Biohuhn. Versprochen.

Handtasche

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Von der Geburt meines ersten Kindes an war ich eigentlich immer mit Wickelrucksack/-tasche unterwegs. In eine normale Handtasche hätte das nötige Equipment ja nicht gepasst. Das endete auch nicht sofort mit dem Sauberwerden der Jüngsten, denn nach wie vor war es sehr nützlich ein Arsenal an Notfallutensilien bereit zu halten: Feuchttücher für klebrige Finger, eine Tüte für Essensreste, Müll oder auch mal „Essen rückwärts“ im Auto, Kaubonbons zur Bestechung, Haargummis, Sonnencreme, natürlich ein Getränk und halt lauter solche Sachen. Ich nutzte also die Wickeltasche einfach weiter als große Handtasche.

Irgendwann wurde mir das aber zu dumm. Ich freute mich so, dass meine Kinder schon so groß waren und wollte irgendwie an die anstrengende Zeit als sie klein waren gar nicht mehr dauernd erinnert werden. Also wurde die Wickeltasche verschenkt und eine andere angeschafft.

Die fiel allerdings auch recht groß aus, weil ich zum Einen immer noch viel Krempel quasi ständig mit mir rumschleppte (vor allem auch, um nicht permanent überlegen zu müssen, was ich einpacken sollte) und zum anderen sollte sie auch als Schultasche für die Tage dienen, an denen ich nur eine oder zwei Klassen unterrichten muss. Es wurde ein schlichtes, haltbares Modell eines Outdoor-Ausrüsters. Wirklich schick ist was anderes.

So nun hat sich aber ergeben, dass ich oft nur noch Taxi für die Kinder spielen darf. Sie haben ihre eigenen Rucksäcke und Taschen und kümmern sich um ihre Notfallutensilien selbst. Wenn ich dann so als Chauffeurin (oder Einkäuferin) unterwegs bin, reichen mir mein Geldbeutel, mein iPhone, der Autoschlüssel und evtl. ein paar Taschentücher. Alles andere ist überflüssig, weil ich ja immer fast sofort wieder zuhause bin.

In der letzten Zeit stopfte ich mir die Sachen einfach immer in die Hosentaschen. Da störten sie natürlich sofort beim Autofahren. Also warf ich sie immer auf Ablage oder den Beifahrersitz und musste dann natürlich alles wieder zusammensammeln und einstecken, wenn ich ausstieg. Als wir dann im Italienurlaub so durch das Städtchen spazierten, ging mir ein Licht auf! Es gibt ja auch kleine Handtaschen!!! Das hatte ich wirklich ausgeblendet. Komplett.

Leider fiel mein vorschwangerschaftliches Exemplar einer kleinen Handtasche einer mittelgroßen Schimmelkatastrophen im Keller zum Opfer. Zwei weitere sind in den Besitz meiner Töchter übergegangen. Und die ganz schicke kleine schwarze Handtasche, die ist nur für feierliche Anlässe reserviert. Die letzte verbliebene in Frage kommende entspricht so gar nicht mehr meinem Stil.

Ich hätte mir ja in Italien eine neu kaufen können, aber das wäre zu einfach gewesen 😉

So und dank meines Mannes, der mich heute einfach mal wieder wurschteln lies und auch dank einer sehr unattraktiven To-do-Liste, die nur danach schrie, im Ganzen einfach verschoben zu werden, schnappte ich mir Stoff und Nähmaschine und das kam raus:

etwas schrill, aber ich halte es sonst dezent

für einen ersten Patchworkversuch nicht übel

 

zum Wenden!

 

Schöne Aussicht

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Als Belohnung für gut 220 Höhenmeter heute ein schöner Blick auf den Albrand.

Lästig war, dass ich, als ich wegen stummgeschaltetem Smartphone eh schon sehr spät die Nachricht bekam, dass ich einen wichtigen Anruf machen sollte, leider wegen mangelndem Datennetz nicht rechtzeitig an die Telefonnummer kam. Tja, schöne Landschaft, schlechtes Netz. Die Person war natürlich nicht mehr am Platz und auch heute nicht mehr erreichbar. Juhu!

 

Fieser Lauf

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Heute Kind zum Einradkurs gefahren. Menne mit anderen Kinder spazieren lassen, losgelaufen.

Zumindest gefühlt die ersten 5 km nur bergauf.

Dann ist die Running App abgenippelt.

Es fehlen also für die Statistik ungefähr ein dreiviertel Kilometer, einige Höhenmeter (so um die 300 sollten es gewesen sein) und die Zeit fehlt auch. Dann hab ich die App nochmal gestartet und bin noch mal 10,5 km gelaufen. War wohl etwa 1:45:00 am Laufen, den Rest der zwei Stunden Zeitfenster hab ich mit Orientieren verbracht. Fast hätte ich mich richtig fies verlaufen. Auch so brickeln mir jetzt die Beine von den Brennnesseln. Aber dann blendete mich auf einmal wieder die Sonne und ich wusste zumindest, dass ich wieder in die richtige Richtung laufe. Maps kannte die Wege jedenfalls nicht und außer einem einsamen Reiter (Hufabdrücke) auch sonst keiner. Meine Füße sind jetzt etwas beleidigt, denn es ging über Stock und Stein und durch Matsch und den Berg runter musste ich ordentlich bremsen, sonst hätte es mich ständig hingelegt. Die nächsten Laufschuhe muss ich wohl oder übel eine Nummer größer nehmen, sagen jedenfalls meine „Zeigezehen“.

Aber sonst war's schön 😉

 

Things und Ausmisten

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Ich hatte ja an derer Stelle schon mal über die Apps geschrieben, die ich so für die „Führung meines Familienunternehmens“ verwende.

„Things“ ist dabei unverzichtbar geworden. Habe ich mir früher die To-Do-Listen auf Zetteln jeden Tag neu geschrieben, so habe ich jetzt nur noch die App für solche Zwecke. Sie sychronisiert sich auch wunderbar zwischen iPad, iPhone und Mac.

Seit einiger Zeit habe ich mir wiederkehrende Einnerungen angelegt. Die wiederholen sich dann beispielsweise wöchentlich wie „Taschengeld ausgeben“. Wenn ich das dann mangels Kleingeld nicht mache und folglich auch nicht abhake, dann taucht eine Woche später eine zweite Erinnerung auf. Ich weiß also genau, ich schulde den armen Kindern schon zweimal Kohle.

Die andere Taktik ist, sich Aufgaben anzulegen, die zu einer festgelegten Zeit erledigt werden müssen. Die tauchen dann zum entsprechenden Zeitpunkt in Rot auf – ein deutliches Signal, dass das nun wichtig ist und Vorrang hat. Essentiell ist da zum Beispiel „Kondenzmilch für die Kaffeeecke im Lehrerzimmer kaufen“. Wenn die leer ist, ist die Stimmung in der Arbeit schlecht 😉

Und dann gibt es noch die Aufgaben, die je nach Festlegung eine Woche oder auch einen Tag nach dem Abhaken wieder auftauchen. „Keller saugen“ pingt mich beispielsweise zwei Wochen nachdem ich es erledigt habe wieder an. So stresse ich mich nicht bei jedem Krümel, der hinunterfällt, aber sorge einigermaßen regelmäßig für eine Grundsauberkeit. Und wenn ich es ein paar Tage lang schiebe, macht das ja auch nichts. Die Liste wird so nicht länger, aber halt erst mal auch nicht leerer. Ich weiß, da ist was zu tun. Das heißt gewissermaßen: Mach es, sobald es reinpasst!

Im Moment – und ich denke auch zukünftig – nutze ich Things dazu, den Haushalt auszumisten. Jeder kennt das: Egal wie man es anstellt, die Dinge, die sich in einem Haus befinden werden mehr und mehr. Nun hat unser Haus 135 Quadratmeter Wohnfläche (nominell, unter der Schräge gibt es noch Platz und vollunterkellert ist es auch). Bei fünf Personen ist das komfortabel, aber auch kein Palast. Um den Überblick nicht zu verlieren – und das ist mein ständiges Ziel – muss da ausgemistet werden.

Um nur mal ein Stichwort zu nennen: Kinderkleidung. Manchmal schaut man nicht so schnell, wie die Kids da wieder rausgewachsen sind. Bei den Mädels wandern sie dann erst mal von der Großen zur Kleinen, aber dann sind sie definitiv überflüssig. Also müssen die Klamotten besehen werden und eine Entscheidung fallen ob Mülltonne (Löcher, Flecken), Kleidersammlung (nur verwaschen oder unmodisch) oder Weitergabe an Nichten oder Nachbarsmädels. Verkaufen tue ich nichts. Das lohnt sich bei den wenigen Teilen, die überhaupt in Frage kommen einfach nicht. Meine Töchter bekommen nämlich in aller Regel ohnehin nur gebrauchte Kleidung (bekomme ich teilweise ungefragt oder von lieben Nachbarn angeboten). Mein Sohn trägt sein Zeug meist auch so lange, bis es hinüber ist, weil ich immer reichlich groß kaufe. Anonsten bekommen auch das die Neffen. Aufgehoben wird ebenfalls nichts. Ich habe zwar eine Freundin, die ihre Tochter in ihre alten Klamotten steckt (also dreißig Jahr altes Zeug) aber das will ich meinen Enkelkindern nicht mal entfernt zumuten. Anders verhält es sich nur bei einigen wenigen sehr süßen Babysachen, die wir zur Erinnerung aufgehoben haben.

Also bei den Kinderkleidern mus man echt dran bleiben. Denn so Kleiderschränke quellen ganz flott über. Da klingelt es und es gibt eine neue Kiste Mädelsklamotten – prima! – nur wohin damit?

So und jetzt komme ich zu Things. Eine Aufgabe, die ich angelegt habe, taucht immer genau einen Tag nach Abhaken auf: Ausmisten!

Jeden Tag versuche ich mich also so dazu zu zwingen, zumindest ein Teil bewusst in die Hand zu nehmen und zu entscheiden ob es bleiben darf, umsortiert wird oder weg kommt. Bei 365 Tagen im Jahr sind das immerhin 365 Teile. Und wenn ich in Aufräumlaune bin, bleibt es ja dann nicht bei dem einem, sondern das Teil neben dran wird auch gleich noch einer kritischen Prüfung unterzogen und das daneben auch. Wenn ich aber absolut keine Lust habe, dann habe ich eben doch ein Teil überprüft.

Ein Schritt weiter ist, dann „ein Teil aus dem Haus“. Das versuche ich gerade. Und halte es auch schon eine Weile durch. Wenn nun neue Anschaffungen oder Geschenke ins Haus kommen, so muss ich an der einen oder anderen Stelle schon mal nicht erst Platz schaffen, sondern der Platz ist einfach da. Und das betrifft ja nicht nur die Klamotten, sondern alle Bereiche des Haushalts.

Am Computer bin ich da übrigens auch schon riesige Schritte weiter gekommen. Die privaten Dateien sind schon verschlankt und bei den Fotos bin ich immerhin schon im August 2008 angekommen. Nur die Schulsachen, da ist noch sehr Chaos. Aber heute habe wieder brav einige Protokolle von Konferenzen gelöscht, die schon mehr als drei Jahre zurück liegen und von der alten Arbeitsstelle stammen.

Zwischenstand

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Zu Beginn gleich die entscheidende Zahl: 1182. Das ist mein Jahreskilometerstand. Macht durchschnittlich 4672 vermessene Meter am Tag 😉

Ich bin meinem Soll damit aktuell gut 140 km voraus. Die 1500 km bis Ende des Jahres sollten eigentlich kein Problem mehr darstellen.

Heute habe ich mal morgens den Schweinehund sich noch im Bett räkeln lassen und dafür die Sau gegen Spätnachmittag rausgelassen. Ich bin so schnell gelaufen, wie es gerade noch ging. Raus kam ein Schnitt von 5'20″ auf die 10 Kilometer. Dafür dass ich im August echt miese Zeiten von teilweise über 6 Minuten hatte, ist das wirklich ok. Man merkt daran aber auch, dass mir die Hitze absolut nicht liegt und mir die aktuellen Temperaturen sehr entgegenkommen.

Morgen fängt für mich offiziell das neue Schuljahr an. Es wird wohl etwas dauern, bis sich die familären Routinen wieder gefunden haben, aber so wie es aussieht, kann ich beim Laufen alles beim Alten lassen.

Was ich allerdings doch noch Mal in Angriff nehmen möchte, ist das Thema Ernährung. Da habe ich mich in den letzten zwei bis drei Monaten sehr gehen lassen – was mir ja im Urlaub einige Mühe in Sachen Baucheinziehen geschert hat. Dank der Lauferei, hab ich wohl im Vergleich zum letzten Jahr schon etwas mehr Muskeln und etwas weniger Speck, aber da gibt es schon noch Optimierungsmöglichkeiten 😉

Ich hab da auch schon so eine Idee. Falls sie klappt, werde ich berichten.

Ach ja, ich habe mich schon mal in den Sportgeschäften meiner Umgebung auf die Suche nach Laufschuhen mit Spikes begeben, musste aber feststellen, dass ich mal wieder vergessen habe, dass wir zwar landschaftlich wunderschön, aber halt ziemlich ab vom Schuss leben. Naja, mal sehen, ob ich die Metropole aufsuche oder die Sache per Internet löse. Die Spikes zum Überziehen sind schön und gut, aber wirklich bequem sind sie nicht.

Tabula rasa

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Seit Wochen, wenn nicht Monaten stand ein Punkt auf meiner To-do-Liste, den ich von Tag zu Tag einfach weiter schob: „MacBook Dateien sichern“.

Vor etwa zwei Jahren kehrte ich nach langer Notebook-Nutzung wieder zum großen Rechner zurück. Das hatte einen ganz praktischen Grund: Für das Komponieren und Arrangieren ist der große Bildschirm einfach komfortabler. Da ich diese Tätigkeiten in den letzten Jahren immer mehr ausgebaut habe, war das geeignete Arbeitsgerät nur ein konsequenter Schritt. Mein MacBook war allerdings damals schon zu alt, um es noch verkaufen zu können, zumal der Akku leider hinüber ist. Die Idee war, das MacBook den Kindern zur Verfügung zu stellen, damit diese Tippen lernen, Mails schreiben können und auch erste Internetrecherchen durchführen können. Dem Großen habe ich auch gleich ein Benutzerkonto angelegt, aber ganz aus der Hand wollte ich es bisher nicht geben. Es blieb in meinem Arbeitszimmer und wirklich genutzt hat Sohnemann es nicht, sondern sich lieber mein iPad geschnappt.

Nun kommt Sohnemann aber bereits in die vierte Klasse. Unser erklärtes Ziel ist es, dass er Tippen kann, bis er an die weiterführende Schule kommt. Sowohl mein Mann, als auch ich können mit zehn Fingern schreiben und schätzen dies ungemein. Am iPad kann er das allerdings nicht lernen.

Es gibt ein wirklich nettes Angebot im Netz, wo Kindern auf spielerische Weise das Tippen beigebracht wird. Das soll Sohnemann jetzt wahrnehmen. Und als Belohnung darf er den Rechner dann (mit Kindersicherung, 30 Minuten pro Tag, 1 Stunde am Wochenende) in seinem Zimmer haben.

So, dazu wollte ich aber endlich die letzten alten Daten vom MacBook gesichert haben. Das, was immer gebraucht wird, habe ich natürlich sofort nachdem der neue Mac da war, kopiert. Aber da lagen noch viele Datei-Leichen herum, von denen mir nicht klar war, ob ich die noch rüber schieben soll oder nicht. Die Lust sich mit dem alten Zeug zu beschäftigen hielt sich in Grenzen, zumal dazu das MacBook ja auch immer erst angeworfen werden hätte müssen, während der schicke neue Rechner schon lief.

Ich prokrastinierte und prokrastinierte. Bis heute. Die sauberste Lösung wäre letztlich wohl gewesen, einfach das alte Zeug zu löschen und weg damit. Ganz so glatt habe ich es dann nicht hinbekommen. Mein Mac besitzt nun einen Ordner mit dem ganzen alten Krempel und die To-do-Liste wurde abgeändert in „MacBook-Datei archivieren/löschen“. Ich werde ab sofort jeden Tag mindestens eine Datei so archivieren, dass ich sie auch nutzen kann, sprich ich weiß, wo sie ist, oder sie eben löschen. Bei 18.000 Dateien wird das nur so ungefähr 50 Jahr dauern! Aber Spaß beiseite: Manchmal wird es sicher nur die eine Datei sein, aber an anderen Tagen mal ein ganzer Ordner. Erst heute Vormittag habe ich 600 Mails gelöscht. Und ich bin sicher, dass ich so keine 50 Jahre brauche 😉

Das alte MacBook aber ist schon jetzt leer – tabula rasa – und die Dateien sind da, wo ich auch arbeite.

So, und wie kam ich drauf, das nun so zu machen? Vor Jahren habe ich das Buch „Simplify Your Life“ gelesen und eine der Simplifyregeln ist: Oberflächen frei halten. Das ist natürlich erst einmal ganz praktisch im Sinne von Möbelstücken und Böden gemeint. Und da habe das auch schon lange umgesetzt. Der Küchentisch ist z.B. immer leer, wenn er nicht genutzt wird, Schuhe kommen so gut wir immer ins Regal…Und auch beim alljährlichen Schreibtisch-Großreinemachen fängt immer so an: Erst mal alles runter räumen – tabula rasa machen – und dann den Papierwust sortieren.

Einer der letzten Blogeinträge auf der Simplify-Seite beschäftigte sich dann genau damit. Ich musste ein bisschen schmunzeln, dass die Bloggerin diesen, aus meiner Sicht so grundlegenden, Tipp bezüglich ihres Esstisches erst jetzt versucht dauerhaft umzusetzen.

Aber dann packte ich mich an meiner eigenen Nase und stellte fest, dass es auch bei mir noch einige tabulae gibt, die so gar nicht rasae sind. Und mit dem MacBook ging es heute los. Morgen ist dann der Desktop am Mac dran 😉

 

Erinnerungsstück mit Verspätung

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Wie aus dem einen oder anderen Beitrag zu entnehmen war, bin ich Lehrerin und komme deshalb in den Genuss der vielbeneideten Sommerferien. Auch dieses Jahr, durfte ich mir wieder anhören, wie unverschämt es doch sei, dass wir ständig Urlaub hätten, wo andere Leute die richtige Arbeit machen. Ich versuche das immer an mir abprallen zu lassen, aber auch nach mehr als 10 Jahren im Geschäft fällt mir das nicht leicht. Aktuell ist es noch eine Woche, bis ich wieder in die Schule muss. Tatsächlich werde ich diese damit verbringen, meine Klassenlisten anzulegen, Unterricht vorzubereiten, zu Komponieren und Material zu sortieren. Aber das ist natürlich trotzdem Urlaub, ich weiß, habe ich doch mein Hobby zum Beruf gemacht, ansonsten vormittags recht und nachmittags frei. Es ist direkt unverschämt, dass ich bezahlt werde. Laut Ansicht eines meiner Nachbarn, sollte ich die Ferien lieber damit zubringen, Freizeitangebote für die Kinder anzubieten und zu betreuen.

Aber mal ganz ernsthaft und aus meiner Sicht: Jetzt, nach fünf Wochen ohne Schule, fühle ich mich endlich wieder in der Lage, motiviert meinen Schülerinnen und Schülern entgegenzutreten. Jetzt endlich habe ich wieder Lust, mich mit neuer Musik und komplexen musiktheoretischen und kulturgeschichtlichen Zusammenhängen zu befassen. Jetzt freue ich mich darauf, wieder mit den Kollegen zusammen zu arbeiten. Jetzt habe ich den Haushalt soweit wieder durchforstet, dass ich mich in der Lage sehe, ein neues Schuljahr mit all den Terminen und Verpflichtungen logistisch zu meistern.

In diesem Zusammenhang habe ich mir auch unseren Keller vorgenommen und dabei etwas entdeckt, was seit nunmehr 5 Jahren sein Dasein in einer Pappkiste fristete. Vor die Wahl gestellt, das gute Stück zu entsorgen oder aufzuwerten, entschied ich mich für letzteres und verpasste dem Objekt einen Look, der zum Design unseres Schlafzimmers passt:

 

Nicht zu fassen, wie rund ich war! Und das Kind, das damals im Bauch war, besucht nun schon die Vorschule.

Aber das ist selbstverständlich auch wieder eine Steilvorlage für das Lehrerbashing: Für sowas hat ein nomaler Mensch natürlich keine Zeit. Und so viele Kinder kann sich auch nur ein Lehrer leisten 😉

 

Das Notenregal

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Bevor ich zum eigentlichen Thema komme, hole ich aus:

Wir bekommen eine Küche! Bisher waren wir erst ein Mal in der Verlegenheit in eine Wohnung zu ziehen, in der keine Einbauküche war. Damals waren wir ganz arme Studenten, und so mussten es denn eine Spüle, ein Oberschrank und ein Hochschrank aus dem Baumarkt tun. In der Dienstwohnung im Internat war eine ziemlich noble Küche von Leicht. Diesen Komfort begannen wir zu schätzen. Als wir dann unser Haus kauften, war eine Einbauküche vorhanden, die wir auch übernahmen, da erst mal kein Geld für eine neue da war. Funktional war diese Küche völlig in Ordnung, nur leider optisch gänzlich neben dem, was wir uns wünschten. Mit dem Einzug begannen wir also gewissemaßen zu sparen, um unsere Wohnküche unseren Träumen anzupassen. Zunächst standen dann aber eine Terasse und ein Carport für das Brennholz (also nennen wir das Teil auch „Woodport“) an. Geld für die Küche war dann natürlich wieder keines da. Und dem wäre auch immer noch so, wenn nicht die Schwiegermutter beschlossen hätte, dass sie lieber mit warmen Händen gibt, als zu vererben. So bekam ich denn eines Nachts, als ich gerade mit meinen Schülern in der Oper war, von meinem Mann eine SMS, ob ich denn eine neue Küche wolle, wir hätten das Geld auf dem Konto. Die Antwort ist klar.

Im Zuge der Küchenplanung wurde beschlossen, künftig auf ein Regal und einen Vitrinenschrank im Wohnzimmer (offene Wohnküche) zu verzichten, da die neue Küche mehr Stauraum bieten wird, dafür im Gegenzug aber auch etwas mehr Platz einnimmt. Die Küche ist mittlerweile fertig geplant und angezahlt, morgen wird endgültig vermessen. Allerdings blieb ein Problem zunächst ungelöst. Wohin mit den Klavier- und Geigennoten, die bisher im Regal standen. Die will ich nicht im Küchenschrank haben! Es sei angemerkt, dass der eigentliche Notenschatz seinen Platz zwei Stockwerke höher hat, es braucht nur einen Ort für die in Arbeit befindlichen Werke meiner Kinder und meiner Wenigkeit.

Also überlegte ich hin und überlegte her, bis ich schließlich beschloss, die Noten müssten dahin, wo sie benötigt werden – neben das Klavier! Worauf ich allerdings keine Lust hatte: tagelang durch Möbelhäuser zu tigern oder im Internet zu surfen um etwas passendes zu finden. Außerdem war ich bei der Qualität von Regalen schon öfter reingefallen. Und etwas vom Schreiner anfertigen lassen, war mir auch zu teuer. So zeichnete ich einen Plan und gestern ging es dann in den Baumarkt.

  • 3 Bretter Leimholz 16x30x1200mm
  • 3 Bretter Leimholz 16x30x800mm
  • eine neue Rolle für den Lack
  • Weißlack, seidenmatt

Zuhause vorhanden: Schrauben, Holzdübel, Schleifpapier, Bohrmaschine, Schraubenzieher.

Zuschneiden ließ ich die Bretter noch im Baumarkt.

Mein Mann assistierte dann beim Bohren und Schrauben. Heute wurde das fertige Regal noch lackiert. Dass die Holzstruktur durchscheint ist sehr schön, denn das passt zum Klavier.

Kleiner Schönheitsfehler: Das Regal ist etwa 3-4 Zentimeter höher als das Klavier. Da ich nicht wusste, ob ich die Bretter wirklich zuschneiden lassen kann, plante ich mit so wenig Schnitten wie möglich, denn ich besitze nur eine Handkreissäge. Deshalb nahm ich die 1200er Bretter obwohl das Klavier 118 cm hoch ist. Als das Regal dann stand habe ich kurz noch überlegt, die zwei unteren Bretter nochmal auszubauen (ich brauche unten Stehsammlerhöhe) und die Seitenwände zu kürzen, aber dann müsste ich auch die Löcher wieder verspachteln, neu bohren… Nein, ein gekauftes Regal hätte mit Sicherheit auch nicht die perfekten Maße gehabt. Das passt schon so. Rückwand brauchen wir vorerst keine. Sollte chronisch Zeug dahinter verschwinden ist schnell eine drangeschraubt.

ü

 

P.S. über die Arbeiten in der Küche werde ich zu gegebener Zeit berichten. Da steht noch einiges an: Fliesenspiegel entfernen, Tapete runter, Boden raus, Heizkörper raus, Elektrik verlegen, Wasseranschluss verlegen, neuen Boden rein…Was genau davon wir selber erledigen und was wir machen lassen steht noch nicht ganz fest.