Archiv für den Monat Oktober 2015

Unentschieden!

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Nachdem Herr Schweinehund sich einen mächtigen Verbündeten gesucht hat, nämlich Mister Stress, wurde es ein schwieriger Monat. Mister Stress fuhr harte Geschütze auf: Termindruck, Sorgen und Ängste. So schaffte er es, Frau Hashimoto zu einer Allianz zu bewegen. Sie kam mit schmerzenden Beinen und verdammt schlechter Laune daher.

Und trotzdem hab ich nicht die weiße Fahne geschwenkt, sondern mir mit einem abschließenden Lauf auch im Oktober Respekt verschafft und einen Waffenstillstand ausgehandelt. Es war also der schlechteste Laufmonat für dieses Jahr, aber gerade so dreistellige Kilometer und ganz ordentliche Zeiten.

Wo ich das so lese, brauche ich mich bei meiner martialischem Sprache im Übrigen nicht zu wundern, wenn mein 9jähriger im Aufsatz ne Drei bekommt, weil er in der Naturgeschichte den Baum vom Panzer totschießen lässt….

Heute: 15,1 km (ø 6'05″)

Oktober: 100,8 km (ø 5'48″/km), 6,5 km geschwommen

2015: 1358,8 km gelaufen (ø 5'52″/km), 64,5 km geschwommen

 

 

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Demut

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Ich würde an dieser Stelle gerne unsere neue Kücheneinrichtung präsentieren, jedoch wurden die Wangen wegen eines Softwareproblems in der falschen Farbe geliefert. Deshalb ist Küche nun zwar funktionsfähig, aber in meinen Augen noch nicht ganz vorzeigbar. Laut Küchenbauer sollte das aber in drei Wochen der Fall sein.

Im Laufe der Umbauphase habe ich aber eine Lektion gelernt, die ich an dieser Stelle verschriftlichen möchte.

Da war zunächst der Estrichleger, der, ziemlich genau so alt wie ich, seit seinem 15. Lebensjahr in diesem Beruf arbeitet. Er hat mir damit grob 10 Jahre Berufserfahrung voraus (ok, wenn man davon absieht, dass ich selbst ab dem 17. Lebenjahr fast immer unterrichtet habe). Es war richtig harte Arbeit die alten Fliesen herauszubekommen und erforderte Fingerspitzengefühl und ein gutes Auge, den neuen Estrich perfekt glatt hinzubekommen. Im zur Seite stand ein Hilfsarbeiter, etwa zwanzig Jahre älter.

Ich habe beruflich und privat überwiegend mit Menschen zu tun, die schnell begreifen und geistig beweglich und kreativ sind. Dieser Hilfsarbeiter fragte bei so gut wie jeder Kleinigkeit nach, was er genau tun solle und der Estrichleger gab ebenso genaue Anweisungen, da die geistigen Fähigkeiten dieses Hilfsarbeiters deutlich beschränkt waren.

Gewissermaßen die gleich Konstellation ergab sich beim Küchenbauer un seinem Hilfsarbeiter. Bei quasi keinem Arbeitschritt ging der ältere Herr selbständig vor, sondern erfragte genau, was nun zu tun sei. Als er dann selbst die Bohrlöcher für die Hängeschränke ausmessen sollte, war er fast überfordert und rechnete alles noch einmal mit fragendem Ton laut aus: „Zweikommazwei und Zweikommazwei macht Vierkommavier?“

Damit mich niemand falsch versteht: In mir erwuchs in beiden Situationen eine tiefe Achtung vor diesen beiden Hilfsarbeitern. Obschon reich an Jahren und somit Lebenerfahrung, füllten sie ihre Rolle als Helfer gewissenhaft und zuverlässig aus, ihren Fähigkeiten entsprechend. Mit keiner Miene, keinem Ton stellten sie die Position ihrer deutlich jüngeren Vorgesetzen in Frage. Und ebenso respektvoll gaben die jüngeren Handwerker ihre Anweisungen. Geduldig wurden komplexere Arbeitsschritte auch mehrmals erläutert bis der jeweilige Helfer folgen konnte.

Und passend zu obigen Beobachtungen fand ich dann einen Zettel in meinem Briefkasten: „Die packet ist in bluemull olt papier“. Ein sehnlichst erwartetes Paket war in meiner Papiertonne zugestellt worden. Ich war sehr froh ob dieser Lösung, da ich so nicht quer durch die Stadt zum Paketshop musste. Zwei Tage später kam der Paketbote noch einmal vorbei und fragte in gebrochenem Deutsch persönlich nach, ob wir das Paket auch gefunden hätten. Auch dieser Dienstleister erfüllte seinen Job gewissenhaft und zuverlässig, trotz seiner offensichtlichem Probleme mit dem Deutschen.

Ich bin froh, dass all diese Menschen Arbeit haben und dankbar, dass sie ihre Jobs so gut machen.

Motivationstief

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Ja, auch was das Laufen betrifft. Und schulisch und haushaltstechnisch…

Wegen diversen Terminen (Handwerker, Arztbesuche) musste in den letzen Wochen schon einiges an Lauferei ausfallen. Heute hab ich den Hausarzt dann mal wieder ratlos zurückgelassen und er muss jetzt erst noch HNO und Mikrobiologen um Rat fragen. Aber immerhin gibt er zu, dass er keine Ahnung hat.

Meine Schüler machen immer die gleichen Fehler und geben ihre Hausaufgaben auf indiskutablen Zetteln ab. Da macht die Korrektur Spaß! Denen kauf ich jetzt nach Ankündigung jeweils zwei Hefte und hoffe, dass sie die dann nicht verlieren, sondern brav ihre Aufgaben machen, während ich im anderen Heft korrigiere.

Und die neue Küche kommt erst am Donnerstag/Freitag. Überall noch Staub, nichts ist an seinem Platz. Ich komme mit Putzen und Aufräumen nicht hinterher, weil natürlich noch lauter Elternabende, Konferenzen, Vorspiele in der Musikschule und sonstige Fahrdienste für sie Kinder anstehen. Aber die Kids dürfen heute gleich mal Wäsche waschen, dann kriegen sie vielleicht ein besseres Gefühl für die Hausarbeit.

Ich hoffe, Freitagabend können wir mit Nachbars in der neuen Küche verspätet auf Mennes 40er anstoßen und wurschteln dann beschwingt und motivierter weiter.

Küche mit neuem Boden und im sichtbaren Bereich gestrichenen Wänden

 

Ausmisten mit List(e)

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An anderer Stelle habe ich mich über meine tägliche To-Do-Liste schon geäußert, die ich mittels App manage. Ein täglich wiederkehrender Punkt ist „Fotos sichten“.

Im Laufe der Jahre habe ich in gewissem Umfang den Überblick über meine digitalen Bilder verloren. Das lag an wechselnden Speicherplätzen und immer wieder neuen Geräten. Diese Unordnung ärgerte mich stets sehr. Aber über 6000 Bilder sichten ist eine Mamutaufgabe, die man nicht mal eben so am Stück erledigen kann. Also rief ich mir die gute alte Beppo-Straßenkehrer-Taktik in Erinnerung (Besenstrich für Besenstrich und nicht an die ganze Straße denken) legte den „Fotos sichten“ an und legte in kleinen Portionen los. Mal sortierte ich nur 10-20 Bilder, mal ging es leicht von der Hand und hunderte konnten einfach gelöscht werden, weil sie doppelt vorhanden oder einfach schlecht waren. Ich ging dabei chronologisch vor und machte mir nur immer kleine Notizen bis wohin ich schon sortiert hatte.

Und so hat es nun keine Ewigkeit, sondern nur etwa einen Monat gedauert und ich habe den Fotowust von ca. 6100 auf unter 4000 reduziert und sogar teilweise schon in Alben sortiert. Wobei ich letzterem Punkt gar keine so große Priorität zuweise, denn solange alles chronologisch auffindbar ist, komme ich beim Suchen prima zurecht.

Mit meinen Dateien bin ich auch sehr gut weiter gekommen, habe schon Altlasten meiner letzten Arbeitsstelle komplett beseitigt und bin mitten im Material, das ich in der Ausbildung gesammelt habe. So manche Unterrichtsvorbereitung der letzten Wochen konnte so um „neues“ – also vielmehr lange vergessenes – Material bereichert werden.

Meine To-Do-Liste über“listet“ also täglich meinen Schweinehund, der nur den ganzen Berg Arbeit sehen will und nicht die vielen kleinen Arbeiten, die sich doch schnell erledigen lassen. Natürlich will ich am Ende des Tages möglichst viele Punkte abgehakt haben. Und das schaffe ich auch, wenn ich die Latte nicht so hoch hänge. Ein Foto gelöscht – Aufgabe erfüllt! Eine Datei in den richtigen Ordner geschoben – Punkt „Dateien sortieren“ abgehakt! Und ganz oft bleibt es dann eben nicht dabei, und ein gutes Gefühl macht sich breit, richtig was geschafft zu haben, selbst wenn eigentlich immer noch ein Berg vor mir liegt.

Aerodynamik

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Asphalt, Windstille, Herbst. Und es kommt einem so vor als ziehe man einen Schweif Blätter hinter sich her, weil hinter einem die Luft verwirbelt wird. Cool!

2015: 129 Läufe, 1301 km, ø 5:52 min/km, 58,5 km geschwommen,

 

Der neue Boden

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Gestern noch grundiert.

 

Heute gegossen. Montag wird versiegelt.

Arztbesuch des Familienmitglieds hat noch keine Entwarnung gegeben, aber einiges konnte zum Glück schon ausgeschlossen werden. Montag Facharztbesuch. Wenn jemand Däumchen zum Drücken frei hat, nehmen wir die gerne.

 

Küche – Update

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Ich muss feststellen, ein komplettes Haus zu bauen bzw. bauen zu lassen, hätte mich in den Wahnsinn getrieben. Allein das Hoffen und Bangen ob alle Handwerker zum vereinbarten Termin erscheinen, stresst mich tierisch. Von Dreck und Staub reden wir nicht.

Aber aktuell sieht alles gut aus: Der Elektriker ist fertig. Das Loch für die Abzugshaube ist vergrößert (Danke, Dad!). Der Wasseranschluss ist an der richtigen Stelle. Der Fließenkleber und die Tapete sind von der Wand ab (Danke, Sebastian, ich hoffe die Blase an der Hand verheilt gut.). Die Bodenfließen sind auch schon draußen. Morgen soll die Estrichbeschichtung gegossen werden.

Leider haben wir es nicht geschafft das Installationsloch wieder zu verschließen sowie die Wände zu verspachteln und zu streichen, so dass wir da dann tierisch aufpassen müssen, den neuen Boden nicht zu versauen. Abef ich kann zu meinem üblichen Programm nicht einfach noch jeden Tag bis ultimo schaffen.

Einen Ausfall hatte ich trotzdem schon: Elternabend des Kindergartens voll verpeilt und statt dessen Tapete abgespachtelt.

Aber wir sind auch Helden, die Küchenerneuerung grade in die Zeit zu legen, wo wir uns vor Zusatzterminen nicht retten können.

Das Laufen musste Montag z.B. wegen eines Workshops in der Arbeit ausfallen. Dienstag warf die Kommunion meiner Tochter schon mal ihren Schatten mit einem abendlichen Elterngespräch voraus. Und gestern bekam ich dann noch die erste Zahnfüllung meines Lebens. Obwohl mir die Zahnärztin eine gute Mundhygiene bescheinigte und 37 Jahre ohne Zahnprobleme (ich hatte nicht mal ne Spange) ja nicht schlecht sind, hab ich mich trotzdem geärgert und frage mich natürlich, ob ich es hätte verhindern können. Die Aufregung vor und während des Eingriffs hat mich ganz schön fertig gemacht.

Heute Nachmittag hat ein anderes Familienmitglied einen Arzttermin – da darf mal jeder der Lust hat Daumen drücken, dass da nichts Beunruhigendes dabei raus kommt!