Fast vegetarisch

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Mit dem neuen Jahr hab ich mir überlegt, dass ich ernährungstechnisch, neben den schon länger bestehenden Bestrebungen möglichst viel selbst zu machen, einen Schritt in Richtung Vegetarierdasein machen werde.

Auslöser war das traditionelle Familienessen im gutbürgerlichen Restaurant. Der Lammbraten war gut, aber er wollte nicht recht rutschen. Das hat nichts mit den „armen Tieren“ zu tun. Da bin ich sehr emotionslos. Wer als Kind oft beim Hühner- und Schweineschlachten auf einem kleinen Hof dabei war, und auch seinen eigenen Stallhasen aufgegessen hat, wird nicht deshalb zum Vegetarier, weil ihm die Tiere leid tun. Er achtet allerdings nach Möglichkeit darauf, dass die Tiere ein gutes Leben hatten, die er verspeisen möchte. Nun, dem Altmühltaler Lamm war es sicher nicht schlecht gegangen, aber es fühlte sich einfach nicht gesund an, so viel Fleisch zu essen. Nach dem ersten Bissen hätte es mir gereicht gehabt.

Im Laufe der Jahre mit einem vegetarischen Mann, ist mein Fleischkonsum ohnehin übersichtlich geworden. Ich vermisse selten etwas.

Folgendermaßen soll also in Zukunft der Plan aussehen:

  • Ich plane unsere Familienmahlzeiten so, dass wir entweder alle vegetarisch essen oder nur mein Mann und ich. Die Kinder mögen Fleisch und Wurst sehr, aber beides soll nicht täglich auf ihrem Teller liegen. Gekauft wird Bio oder vom örtlichen Metzger.
  • Unterwegs wähle ich immer die vegetarische Variante, wenn es eine gibt. Wobei dieser Punkt ganz selten relevant wird, da ich für meine Rohkostvesperboxen bekannt bin (und oft belächelt werde) und Mensa scheue wie der Teufel das Weihwasser. In Mensen sind zu viele Menschen auf einem Haufen, es ist deshalb zu laut und das Essen ist nie richtig heiß. Da knabbere ich lieber in der Kaffeeecke meinen Chicorée.
  • Bei Einladungen erwähne ich nur wenn ich gefragt werde, dass ich gerne vegetarisch essen würde, aber ansonsten esse ich auch die fleischhaltigen Gerichte. Ich mag es biographisch begründet nämlich nicht, wenn Aufhebens darum gemacht wird, was ich esse.
  • Falls von den Kindern Wurst oder Fleischreste übrig bleiben (z.B. in einem Restaurant) und diese ansonsten in den Müll wandern würden, dann esse ich sie.

Wie heißt dieses Wort? Flexitarier? Sowas bin ich dann wohl.

Neben oben erwähnter Erfahrung hat mein Entschluss ökologische Gründe (das breite ich jetzt nicht aus, ist ja alles bekannt), finanzielle (gutes Fleisch ist wirklich teuer) und gesundheitliche (meinen erblich bedingt hohen Cholesterinspiegel und das damit verbundene Schlaganfallrisiko muss ich nicht zusätzlich anheben).

Eine direkte Folge habe ich schon bemerkt: Ich bin aktiver auf der Suche nach schmackhaften Gerichten, die die ganze Familie mag!

 

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