Das Kleid für die Erstkommunion

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Wann genau der Entschluss gefasst wurde, das Kleid für den großen Tag des kleinen Mädels selbst zu nähen, weiß ich nicht mehr genau. Und oft im Lauf der Entstehung verfluchte ich mich dafür. Denn ich bin nur Gelegenheitsnäherin und betreibe dieses Hobby aus ständigem Zeitmangel immer nur unter Vernächlässigung diverser anderer Dinge. Zum rauchenden Hirn, das versucht aus Nähanleitung und Schnittmuster schlau zu werden (mangelnde Routine macht das ja nicht einfacher), kommt permanent das schlechte Gewissen, eigentlich 1000 andere Dinge erledigen zu müssen.

Und nun die Entstehungsgeschichte:

  • Mit dem Adventskalender der Kinder kam im Paket von der Oma Ende November 2015 ein Schnittmusterheft, dass zwar nicht das gewünschte Kleid, aber immerhin einen passenden Link zu einem kostenlosen Muster enthielt.
  • Anfang Dezember lud ich dann das PDF herunter und parkte es auf dem IPad.
  • Am 4. Januar ging ich mit der Tochter in den Stoffladen, druckte das PDF aus, klebte das Muster zusammen und machte dann mit Backpapier das eigentliche Schnittmuster. Aus dem mal weiß geplanten Kleid, wurde ein ganz anderes. Unter der Kutte wird es so oder so nicht zu sehen sein. Leider waren die Lichtverhältnisse für das Foto nicht gut, denn man erkennt das wunderbare Blaugrün, das das Kleid eigentlich hat, gar nicht.
  • Dann lag alles bis zum 11. Februar erst einmal in einer Ecke meines Schreibtischs. An diesem Tag überflog ich meine Termine bis Ostern und stellte fest, dass ich eigentlich überhaupt keine Zeit haben würde das Kleid zu nähen. Also strich ich alle anderen Vorhaben für diesen Tag und legte los. Und zog es durch! An der einen oder anderen Stelle bemerkte ich unangenehm deutlich, dass ich im räumlichen Denken kein Genie bin und musste die diversen Teile ein halbes Dutzend Mal hin und her wenden, bis ich wusste, wie ich sie zusammennähen musste. Und letztlich war ich doch zu blöd gewesen die Schnittmusteranleitung korrekt zu lesen. So hat das Kleid nun eine nicht geplante Mittelnaht vorne. Gottlob sieht man das nicht. Und auch eine etwas unsaubere Naht am Rock geht im bauschenden Stoff unter. Nach etwa sechs Stunden Hirnzermartern, Zuschneiden, Nähen, Auftrennen und wieder Nähen war das Kleid fertig und das Kind sehr zufrieden.
  • Am heutigen Tag wurde dann noch die passende Gotteslobhülle dazu fabriziert.

Das wäre also erledigt. Jetzt fehlt noch die Kerze und die Nerven liegen blank, denn unendlich viele andere Dinge türmen sich. Aber einen gewissen Stolz auf mein Werk kann ich nicht verbergen.

 

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  1. Stolz auf Dein Werk……stolz auf den Herstellungsprozess ( ich kann mir gut vorstellen das da alle erdenklichen Gefühle drin stecken, die ein Mensch so haben kann….aber genau das macht es zu DEM Kleid für ein christliches Event )…stolz auf Dich samt Deiner Mutterliebe, die dieses Kleid hat werden lassen und Widerstände überwunden hat…und stolz auf Dein Töchterlein, was dieses wunderschöne Kleid ganz sicher auch mit Stolz tragen wird ( entgegen von…..ich vermute mal 90%…der Kids, die von der Stange „ausstaffiert“ werden ). Und das mit der Gotteslobhülle ist ja herzallerliebst 🙂 sieht nach Filz aus!?

  2. Es ist jedenfalls wunderschön geworden und nicht mehr viele Menschen können von sich behaupten, dass Mama das Kommunionkleid für einen selbst genäht hat … Und dann noch so wohlüberlegt gleich eine passende Gesangbuchhülle dazu.

    SUPER – mehr gibt’s eigentlich nicht zu sagen.

  3. Toll geworden! 😀
    Meine große Tochter hat letztes Jahr auch ihr Kommunionkleid von Mama genäht bekommen 😉. Ich habe allerdings deutlich länger für die Schnittauswahl gebraucht…

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