52 Wochen – Teil 18

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Wäschestau. Leine, Bügel, Klammern – alle Kapazitäten erschöpft. Und die 60°C Wäsche steht noch in der Warteschlange.

Wenn die Wäsche getrocknete ist, kommt sie, glatt gestrichen und gefaltet bzw. gerollt, nach Besitzer sortiert in die Kisten, die auf dem Sofa zu sehen sind. Jedes Familienmitglied muss dann seine Wäsche selbst aufräumen. Gebügelt wird etwa zwei Mal pro Jahr, wenn es sich nicht vermeiden lässt. Ansonsten wird nach dem Motto gelebt, was nach 10 Minuten wieder knittrig ist, wenn man es trägt, ist des Bügeleisens nicht wert. Allerdings lasse ich beim Aufhängen auch große Sorgfalt walten, so dass die Wäsche möglichst faltenlos trocknet.

Es soll Leute geben, für die es ein No-Go ist, ihre Wäsche für andere sichtbar zu verarbeiten bzw. die anderer Leute sehen zu müssen. Ich erinnere mich an eine Freundin, die böse Briefe von ihrem Vermieter bekommen hat, weil sie es wagte, ihren Balkon mit einem Wäscheständer zu zieren. Und tatsächlich werde ich auch oft auf die Wäsche angesprochen, die bei uns sehr oft im Wohnzimmer steht. Meist sind das aber erleichterte Kommentare wie: „Hach, das beruhigt mich: Bei mir sieht es auch so aus!“ Und da frage ich mich dann immer, wie ich es denn anders machen sollte?

Wir sind fünf Personen und leben auf 135 Quadratmetern. Jedes Kind hat sein Zimmer – da kann ich die Wäsche nicht hinstellen. Unser Schlafzimmer ist zu klein und das Arbeitszimmer, das mein Mann und ich uns teilen, ist zu voll. Im Badezimmer treten sich zwei Personen schon gegenseitig auf die Füße und der Platz über der Badewanne wird ohnehin von einem Wäscheständer belegt, auf dem Waschlappen und Sportkleidung zwischentrocknen. Die Dielen der oberen beiden Stockwerke umfassen jeweils etwa zweieinhalb oder drei Quadratmeter. Die beiden Kellerräume kommen wegen Schimmelgefahr nicht in Frage und der Haustechnikraum ist einfach zu klein. Dort haben gerade mal Waschmaschine und Trockner Platz. Letzterer stammt aus den Zeiten als wir gefühlte 1000 Strampler zu waschen hatten und wird inzwischen aus Energiespargründen fast nur noch für Handtücher benutzt, weil wir keinen Weichspüler benutzen. Die Körbe für helle, schwarze, rot/rosa/violette, bunte, 60°C-, Handtuch- und Putzlumpen-Wäsche und vier kleine Körbchen für die farbliche Sortierung der Socken, die in Wäschesäcke müssen, weil sie sich sonst in den Dichtungsgummi der Maschine wurschteln, belegen den Rest des Platzes im Haustechnikraum.

So, also wohin mit der Wäsche? Bei gutem Wetter natürlich auf die Terrasse. Aber sonst?

Und so ganz grundsätzlich: Was soll denn das? Soll ich mich dafür schämen Wäsche zu waschen? Bitte?

Also wer sich ästhetisch beleidigt fühlt, wenn er Wäsche auf der Leine sehen muss, der darf definitiv nicht zu uns kommen und er sollte auch meinen Blog tunlichst vermeiden.

Das Projekt:

Initiator: Zeilenende

Partizipanten: Solera, Marinsche, Wili, Gertrud

 

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  1. Wer will ♪♫♪♫ fleißige Waschweiber seh’n ♪♫♪♫ der muß zu Solera geh’n ♪♫♪♫…….

    Also…..dreckige Wäsche würde mich da mehr stören 😉

    Und jetzt kann ich sehen wie ich den Ohrwurm wieder los werd…..lalala lalala…..laaaaaaa la la la lalala…….

  2. Gute Lösung, das jeder einsortiert.

    Mein Mann hat mir an der Garagenwand ein großes Vordach gezogen.
    Darunter kann die Wäsche auch bei Regen trocknen. Gegenüber habe ich mir meine Lieblingsblumen gepflanzt, so wird jeder Wäschegang erfreulicher.

  3. Auch oder gerade weil es ausschaut wie in einem Modehaus finde ich es super. In meiner Studentenbude hat die Wäsche bei schönem Wetter auch auf der Terrasse getrocknet, im Winter stand der Wäschständer im Flur, sodass man den Bauch einziehen musste, um zur Wohnungstür zu gelangen. Irgendwo musste sie ja hin und da stand sie weniger im Weg als in den Zimmern.
    Großartig finde ich die Durchsortierung mit Körben für die einzelnen Wäschen. Dafür hatte mir immer der Platz gefehlt. Am Waschtag gab es dafür dann auf dem Fußboden verschiedene Wäscheberge, die nacheinander in die Maschine gehüpft sind. Und Wäsche selbst wegräumen finde ich ohnehin die gelungenste Alternative. Als ich wieder zu meinen Eltern gezogen bin, hat meine Mutter gewohnheitsmäßig genau drei Mal auch meine Wäsche wieder in meinen Schrank geräumt, bis ich die Krise bekommen habe, weil sie mein T-Shirt- (uni, Motiv, Sport) und Unterwäschen-(Boxer, Retro)Ordnungssystem nicht verstand und ich umsortieren musste. Seitdem bekomme ich zumindest ein Körbchen vor die Tür.

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