Archiv der Kategorie: Politik

Politik

Nachrichtenfasten

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Vor kurzem las ich in einem Blog etwas darüber Nachrichten weitgehend zu ignorieren. Es geht darum, denn Blick vom Allgemeinen weg auf das Spezielle zur richten, also nicht sich über die weite Welt Gedanken zu machen, sondern über das unmittelbare Umfeld, nicht sich über die Handlungen anderer den Kopf zu zerbrechen, sondern lieber über die eigenen.

Und ich muss sagen, dieser Gedanke spricht mich an. Ich habe zwar in letzter Zeit sehr viel in Onlineauftritten großer Zeitungen gelesen, es hat schon fast ein bisschen Suchtcharakter angenommen, aber so wirklich erfüllend ist das nicht.

Oft sind Artikel zu Themen die mich wirklich interessieren dann doch bloß oberflächlich und gehen nicht an den Kern der Sache. Ein Beispiel: Laut FAZ haben Wissenschaftler angeblich bewiesen, dass vor Urzeiten ein Komet, auf der Erde aufgeschlagen ist. Jetzt schoß mir als erste Frage durch den Kopf, wie sie dass denn gemacht haben. Aber weder im Artikel, es war eigentlich gar keiner, sondern nur eine Bildunterschrift, noch im dazugehörigen Video wurde irgendetwas darüber erwähnt, sondern nur betont, dass das was ganz Besonderes sei. So, jetzt habe ich also die Wahl das ganz wieder völlig zu vergessen oder ich muss anfangen zu recherchieren, wie der Nachweis gelungen ist. Ersteres ist unbefriedigend, zu zweiterem hab ich keine Zeit.

Andererseits betreffen viele Nachrichten Dinge, die ich beim besten Willen nicht beeinflussen kann: Das Desaster in Fukushima, das Flüchtlingsdrama in Lampedusa, der Skandal um den Limburger Bischofssitz. Weder kann ich das Kernkraftwerk in Ordnung bringen, noch einen Flüchtling wieder lebendig machen und das Geld in Limburg steckt so oder so nun in den Gebäuden und den Bischof zur Rechenschaft ziehen ist auch nicht mein Job. Also was soll ich mit Infos darüber?

Ich denke ich werde mich künftig viel weniger mit der großen weiten Welt beschäftigen, sondern meiner Tochter helfen ihr Temperament zu zügeln, meinen Unterricht optimieren, mich besser ernähren und viele andere Dinge überdenken und tun, die ich unmittelbar überdenken und tun kann.

 

Lehrer? – Selber schuld!

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Von der Schulpolitik meines Bundeslandes Baden-Württemberg bin ich zur Zeit nicht sonderlich angetan. Inwiefern die jetzige grün-rote Regierung dafür allein verantwortlich zu machen ist, will ich gar nicht abschließend beurteilen, ich wage nur zu bezweifeln, dass sich bei einem erneuten Regierungswechsel substanziell etwas ändern würde.

Es geht meiner Ansicht nach unter dem Deckmantel von Ideologien („Chancengleichheit“) letztlich nur um eines – ums Geld. Die Schülerzahlen sinken, folglich werden immer weniger Schulen und damit weniger Lehrer gebraucht. Ich lege also Schulen zusammen (Gemeinschaftsschule) und erhöhe zunächst mal das Deputat für die vorhandenen Lehrer (Gymnasiallehrer an diesen Gemeinschaftsschulen müssen eine Stunde mehr unterrichten). So kann ich vermeiden Stellen die durch Pensionierungen frei werden neu besetzen zu müssen. Unvermeidbar neu einzustellende Lehrer werden dann, da einheitlich ausgebildet, alle gleich besoldet, natürlich alle nach A12, weil es ja sonst ungerecht wäre. Brillant.

Gehen wir an dieser Stelle mal von der These aus, dass diese Schulpolitik alleine „Schuld“ der Grünen ist. Und Vertreten wir dann mal die Meinung sehr vieler Kommentatoren von Onlineartikeln, dass Lehrer grundsätzlich Grün wählen. Dann haben die Lehrer ihre eigene Misere heraufbeschworen. Wie wurde es in einigen Kommentaren formuliert? – das dumme Vieh hat sich seinen Schlachter selbst gewählt!

In Ordnung, schauen wir ins mal noch ein paar Zahlen an: Baden-Württemberg hatte bei der Landtagswahl 2011 ca. 7,8 Millionen Wahlberechtigte. Zu diesem Zeitpunkt gab es ungefähr 93500 Lehrer im Dienst des Bundeslandes. Davon waren noch einmal rund 10% Angestellte. Also gab es ca. 85000 beamtete Lehrer. Mein Taschenrechner sagt mir, dass das gut 1% der Wahlberechtigten ist. Ok, das eine Prozent hat also geschlossen (!) mit seiner absoluten Mehrheit (wer Ironie findet darf sie behalten) die Regierung gewählt.

Gut, dann wählen wir Lehrer das nächst Mal schwarz-gelb! Und wenn die neue Regierung dann – aus Kostengründen – nichts von dem zurück nimmt, was grün-rot eingeführt hat, das Pensionsalter auf 70 anhebt, die Beihilfe weiter zusammenstreicht, das Deputat noch eine Stunde weiter anhebt und den Klassenteiler erhöht, dann ist auf jeden Fall eines klar – wir sind selbst Schuld!

Rüstungsausgaben

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Heute wurde in den Medien verbreitet, dass die Militärausgaben global rückläufig sind. Dabei stolperte ich über die Zahl 682 Milliarden. Soviel Dollar beträgt der Militäretat der USA. Das müssten nach aktuellem Kurs etwa 525 Milliarden Euro sein.

Auf bundeshaushalt-info.de kann man die offiziellen deutschen Zahlen für das laufende und das vergangene Jahr einsehen. Unser gesamter Haushalt betrug im Jahr 2012 311 Milliarden Euro. Die USA geben also mehr als eineinhalb Mal so viel für ihr Militär aus, wie Deutschland für alles zusammen! Und dabei beträgt die Einwohnerzahl der USA nur etwa das 3,8fache der der Bundesrepublik.

Ich möchte das eigentlich gar nicht groß kommentieren, sondern nur feststellen, dass mich das schwer irritiert. Ich habe schon ein sehr ungutes Gefühl, wenn meine Kinder sich mit Stöcken aus dem Wald bekriegen und schreite spätestens dann ein, wenn sie ihre „Waffen“ auf mich richten.

Was noch mehr zu denken geben sollte: Das sind nur die Staatsausgaben! Ich weiß zwar weder was USAmerikaner noch Deutsche für privaten Waffenbesitz investieren, doch am vergangenen Wochenende wurden mindestens zwei Menschen in den USA von Kleinkindern (!) mit Schusswaffen getötet.

Jeder der schon einen Angehörigen oder Freund verloren hat, weiß dass der Tod stets Leid verursacht. Jedes Leben endet irgendwann, doch warum ist man nur so scharf darauf, das eines anderen vorsätzlich und damit vorzeitig beenden zu können (ich sage noch nicht mal unbedingt wollen)?

Ich gebe zu, ich verstehe es nicht. Vermutlich seit Anbeginn der Menschheit gab es Menschen, denen klar war, dass Gewalt keine Lösung ist. Warum setzen die sich nicht endlich und endgültig durch?

Nun ja, wenn man so will ein Lichtblick: Die globalen Militärausgaben sind weltweit gesunken. Andererseits – 1,33 Billionen Euro – eine für mich unvorstellbare Zahl – sind doch eigentlich genau 1,33 Billionen zu viel…