52 Wochen – Teil 22

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Unsere mittlere Tochter verlässt den Hockeyverein. Aufgrund ihrer musikalischen Aktivitäten konnte sie mit Beginn der Feldsaison nur einmal pro Woche trainieren und wurde dann wegen mangelnder Fortschritte von der Trainerin stark kritisiert. Statt das Kind anzustacheln wurde das Gegenteil erreicht. Immer öfter wurde ich von der Tochter gefragt, ob sie denn zum Hockey müsse.

Ich kann nicht verhehlen, dass mir die Spieltage am Wochenende, die immer mindestens eine Autostunde entfernt waren, gehörig auf den Geist gingen. Als Lehrer ist man am Wochenende platt und hat neben Vor- und Nachbereitung des Unterrichts einen Berg Hausarbeit zu erledigen. Klassenarbeiten am Spielfeldrand korrigieren, ist da nur eine Teillösung des Zeitproblems. Von fehlender Familienzeit will ich gar nicht groß reden. Wir konnten uns nie damit anfreunden als ganze Familie auf dem Platz zu stehen und der Tochter beim Verlieren zuzusehen. Ehrgeizige Eltern der „besseren Gesellschaft“ und cholerische Trainer der Gegner trugen nie zum Wohlbefinden bei.

Längere Inkubation, kurzer Entschluss: Freitag war Midis letztes Training!

Um dem Kind (und seinen Geschwistern) aber zu vermitteln, dass Sport unverzichtbar ist und zum Leben dazu gehört – ohne sich gleich neuen Termindruck zu produzieren – nahm ich Maxi, Midi und Mini gestern mit auf meine kleine Laufrunde. Mit etwas Überredungskunst und kleiner Erpressung (Filmabend) absolvierte auch der unsportliche Maxi 5 Kilometer, Midi schlug sich tapfer, die Mini rannte wie der Wind.

Die Folge war allerdings, dass Mini am Nachmittag platt war und ungeplant einschlief. Was wiederum zur Folge hatte, dass sie abends nicht einschlafen konnte. Die böse Hexe Rabia aus dem Bibi Blocksberg Film spukte der Kleinen leider auch noch im Kopf herum. Das Ende vom Lied war, dass sie im Elternbett landete. Und das wiederum vertrieb mich nach einiger Zeit aus dem Selben.

Im Bett des Kindes war mir zu viel Spielzeug, aber mein Rücken dankt es mir heute nicht, dass ich auf dem Sofa nächtigte.


Das Projekt:

Initiator: Zeilenende

Partizipanten: Solera, Marinsche, Wili, Gertrud

 

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  1. Jaaaaa, die Trainer haben manchmal die Pädagogik mit Löffeln gefressen. Das richtige Maß zu halten, eine Meisterleistung.

    Ich bin nachts durch den Bettgast zumindest nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. War wohl zu aus…

  2. Dafür scheint die nun nicht mehr stattfindende Zeit am Spielfeldrand, samt Fahrt, eine große Entlastung zu bringen. Good night tonight! 🙂

  3. Da schau her, da steckt eine ganze lange Geschichte hinter so einem zerwühlten Sofa. Erstaunlich, erstaunlich. 🙂
    Die Entscheidung finde ich nachvollziehbar. Gerade beim Mannschaftssport geht es ja nicht nur um den Sport sondern elementar auch darum, dass man sich in der Mannschaft wohlfühlt. Und es klingt nicht so, als ob das gegeben gewesen wäre.
    Und Rabia ist eine gruselige Figur. *versteckt sich unter der Decke*

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  5. Pingback: Woche 52 Projekt….8. Woche – gertrud trenkelbach blog

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